Nach Luftangriffen auf Gazastreifen Militante Palästinenser feuern Kleinraketen auf Israel

Die Lage im palästinensischen Gazastreifen heizt sich immer weiter auf. Mehr als zehn Kleinraketen flogen auf Israel. Ein Polizeisprecher spricht von einer "Rekordzahl" seit November 2012.
Demo in Tel Aviv: #BringOurBoysHome forderten Zehntausende am Sonntag

Demo in Tel Aviv: #BringOurBoysHome forderten Zehntausende am Sonntag

Foto: Lior Mizrahi/ Getty Images

Gaza - Israel hat am Sonntagabend mit Luftangriffen auf den Raketenbeschuss durch Palästinenser reagiert. Doch die Zahl der Raketenangriffe auf das Land nimmt dadurch nicht ab. Allein am Montagmorgen feuerten militante Palästinenser mehr als zehn Kleinraketen auf Israel ab. Polizeisprecher Micky Rosenfeld schrieb auf Twitter  von zehn Raketen in der Negev- und Eschkol-Region: "Kein Schaden oder Verletzte durch die Angriffe."

Auch in der Nacht wurden bereits Raketen abgeschossen. Rosenfeld sprach von einer "Rekordzahl", es sei die höchste Zahl von Angriffen binnen zwölf Stunden seit dem letzten großen Schlagabtausch zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas im November 2012 gewesen.

Die israelische Luftwaffe hatte am Sonntag erneut Stellungen der Hamas im südlichen Gazastreifen angegriffen. Dabei wurde ein Mitglied der militanten Kassam-Brigaden getötet, der Miliz der Hamas. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, die Militäreinsätze könnten ausgeweitet werden, wenn die Angriffe auf Israelis nicht aufhörten.

Bisher 400 Festnahmen bei Razzien

Noch immer hält die Suche nach drei israelischen Teenagern das Land in Atem: Tausende israelische Soldaten haben in den vergangenen zwei Wochen die südlichen Teile des Westjordanlandes rund um Hebron nach ihnen durchkämmt. Bei den Razzien wurden bislang fünf Palästinenser getötet und Dutzende weitere verletzt. Fast 400 Palästinenser wurden festgenommen, zwei Drittel von ihnen sind Mitglieder der Hamas.

Die drei Talmudschüler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren waren am 12. Juni im Westjordanland verschleppt worden. Israel macht die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas für die Entführung verantwortlich - die Hamas bestreitet, schuldig zu sein.

Zehntausende Menschen haben am Sonntagabend in Tel Aviv für die Freilassung der Jugendlichen demonstriert. Die Mutter eines der Jungen dankte während der Kundgebung Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dafür, dass dieser öffentlich die Entführung verurteilt hatte.

vek/dpa/AFP