Gedenken an 9/11 Obama beschwört Amerikas Einheit

"Unser Wesen als Nation hat sich nicht verändert": Mit einer bewegenden Rede hat US-Präsident Obama der Terroranschläge vom 11. September gedacht - und die Stärke seines Landes beschworen. Die USA hätten sich der Angst nicht ergeben.

Obama in Washington: "Die letzten zehn Jahre haben Amerikas Entschlossenheit gezeigt"
AP

Obama in Washington: "Die letzten zehn Jahre haben Amerikas Entschlossenheit gezeigt"


Washington - Zehn Jahren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat US-Präsident Barack Obama die Widerstandskraft einer freien Gesellschaft beschworen: "Am 12. September 2001 wachten wir in einer Welt auf, in der das Böse näher gerückt war und Unsicherheit unsere Zukunft trübte", sagte Obama bei dem Konzert zum Abschluss der 9/11-Gedenkfeiern im Kennedy-Center in Washington. Die vergangenen zehn Jahre hätten aber gezeigt, dass nichts den "Willen von wirklich Vereinigten Staaten von Amerika brechen" könne. Der Glaube an Amerika sei trotz der Attentate, der anschließenden Kriege in Afghanistan und im Irak, der Wirtschaftskrise und politischer Spaltung in Washington immer noch von "zeitlosen" Wertvorstellung geprägt und sogar stärker worden.

"Unser Wesen als Nation hat sich nicht verändert." Es gebe weiter freie Märkte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit. "Wir sind nicht dem Argwohn und Misstrauen erlegen", sagte Obama. "Wir leben immer noch in Wolkenkratzern, unsere Stadien sind weiterhin mit Fans gefüllt und unsere Parks sind voll mit spielenden Kinder." Sein Vorgänger George W. Bush habe gleich nach 9/11 klargemacht, dass die USA niemals einen Krieg gegen den Islam oder irgendeine andere Religion führen werden. Dies sei ein "großer Verdienst" von Bush, lobte der US-Präsident.

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Gedenken an 9/11: New York hält inne
Obama zog eine Bilanz des letzten Jahrzehnts: "Diese vergangenen zehn Jahre haben Amerikas Entschlossenheit gezeigt, seine Bürger zu verteidigen." Zwei Millionen Amerikaner seien seit den Terroranschlägen dafür in den Krieg in fremde Länder gezogen. Sie hätten bewiesen, dass niemand den USA einen Schaden zufügen könne, ohne dafür bestraft zu werden, sagte der US-Präsident.

In seiner Rede ging Obama auch auf die Verpflichtungen der USA gegenüber Afghanistan und Irak ein: Ein Krieg an sich sei "nicht glorreich". Die Stärke der USA werde auch daran gemessen, ob sie ihr Versprechen einhalten können, diese Länder freien Völker und souveränen Staaten zu überlassen. "Und in unserem Verlangen, uns von einer Dekade des Krieges in eine Zukunft des Friedens zu bewegen."

Am Sonntagmorgen hatte Obama an der zentralen Gedenkfeier am Ground Zero in New York teilgenommen. Fast fünf Stunden lang hatten Angehörige dort die Namen der insgesamt 2977 Opfer der Anschläge vorgelesen. Die Zeremonie wurde von Schweigeminuten unterbrochen zu den Uhrzeiten, an denen die beiden Flugzeuge in das World Trade Center rasten und die Zwillingstürme einstürzten.

Auch an den Einschlag eines Flugzeugs ins Pentagon in Washington und den Absturz einer vierten entführten Maschine nahe Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania wurde auf diese Weise erinnert. Obama hatte das Gedenken in New York vorzeitig verlassen und war nach Shanksville geflogen, um dort gegen Mittag einen Kranz niederzulegen. Anschließend legte er auch am Pentagon einen Kranz weißer Blumen ab. Zusammen mit seiner Frau Michelle sprach er anschließend mit den Familien der Opfer.

Mein Leben nach 9/11

Was der 11. September 2001 verändert hat - Betroffene berichten

anr/AFP/dapd/dpa

insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
jupol 12.09.2011
1. .
Man sollte neben der 3000 Toten, die bei dem Terroranschlag starben sind, nicht die anderen abertausende Toten vergessen, die als indirekte Folge umgekommen sind. Da ist etwas zu wenig in den Medien rübergekommen.
kay2011 12.09.2011
2. Wahnsinnsveränderung !
Zitat von sysop"Unser Wesen als Nation hat sich nicht verändert": Mit einer bewegenden Rede hat US-Präsident Obama der Terroranschläge vom 11. September*gedacht - und die Stärke seines Landes beschworen. Die USA hätten sich der Angst nicht ergeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,785662,00.html
Stimmt! Euer Wesen "der Nation" hat sich NICHT geändert. Ihr (die angeblichen Nationsführer) seit noch genau dieselben Heuchler wie gestern.
papa55 12.09.2011
3. wer soll das alles glauben
das gw auch dabei war setzt ja allem die krone auf! kaum zu glauben das man solchen menschen noch so ein pathos abnimmt. die menschen sollten mal nach beweisen fragen-wo waren denn die wracks in shanksville und im pentagen?? was passierte mit den flugschreibern und warum wurden die flugzeuge nicht abgefangen in soch einem sicheren luftraum.... auch sollte man sich mal die stahlträger am wtc anschauen-dann wird vieles klarer.
ich_auch_nicht 12.09.2011
4. 3000 Tote - und die anderen?
Zitat von jupolMan sollte neben der 3000 Toten, die bei dem Terroranschlag starben sind, nicht die anderen abertausende Toten vergessen, die als indirekte Folge umgekommen sind. Da ist etwas zu wenig in den Medien rübergekommen.
Das finde ich auch. So beklagenswert die 3000 Opfer des World Trade Centers auch sind, hätte ich es doch als sehr angemessen empfunden, wenn bei dem ganzen Medienrummel, großen Ansprachen und Tränendrüse gedrücke auch mal ein Wort des Bedauerns über die Zig-Tausend zivielen Opfer der nachfolgenden Miltäraktionen in Afganistan und Irak gefallen wäre.
Acrylium 12.09.2011
5. Verschwörungstheoretiker
Die Verschwörungstheoretiker gehen mir nach 10 Jahren am allermeisten auf die Nerven...
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