Gefährliche Grenze Nordkorea nimmt US-Bürger fest

Nordkorea hat erneut einen US-Bürger wegen illegalen Grenzübertritts inhaftiert - der zweite Fall innerhalb eines Monats. Die USA hatten zuvor gegen die umstrittenen Militärübungen Pjöngjangs protestiert. Doch das Regime feuerte erneut Granaten Richtung Südkorea ab.

Nordkoreanischer Soldat in der Demilitarisierten Zone: Artilleriefeuer fortgesetzt
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Nordkoreanischer Soldat in der Demilitarisierten Zone: Artilleriefeuer fortgesetzt


Seoul - Die Festnahme erfolgte an der Grenze zu China: Die nordkoreanischen Behörden haben nach eigenen Angaben erneut einen US-Bürger inhaftiert. Der Mann sei am Montag wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen worden, hieß es in einer kurzen Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Er werde verhört.

Es wäre das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass in Nordkorea ein Amerikaner von Grenzposten aufgegriffen worden ist. Erst Ende Dezember hatte Nordkorea einen US-Bürger verhaftet. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den Missionar Robert Park. Er hatte vorher angekündigt, sich in dem kommunistischen Land festnehmen lassen zu wollen, um so weltweites Interesse für die schlechte Menschenrechtslage in Nordkorea zu erzeugen.

Eine umstrittene Militärübung setzte Pjöngjang offenbar den zweiten Tag in Folge fort, obwohl die USA einen Stopp des "provokativen" Manövers gefordert hatten. Das Artilleriefeuer in Richtung Süden sei "provokativ" und "nicht hilfreich", hatte das Außenministerium in Washington mitgeteilt. Trotzdem schoss Nordkorea am frühen Donnerstag mehrere Granaten ab, die im Meer nahe der südkoreanischen Insel Yeonpyeong einschlugen, teilte das südkoreanische Militär mit.

Am Mittwoch hatte Nordkorea nach eigenen Angaben im Rahmen einer Übung am Morgen rund 30 Granaten in Richtung Gelbes Meer gefeuert. Die Geschosse gingen nahe der von Südkorea kontrollierten Insel Baengnyeong nieder. Südkorea reagierte nach eigenen Angaben mit Kanonenwarnschüssen. Am Nachmittag setzte Nordkorea das Artilleriefeuer fort, der Süden reagierte darauf jedoch nicht. Verletzt wurde bei dem Schusswechsel niemand.

Die sogenannte Nördliche Grenzlinie war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten Uno-Truppen einseitig beschlossen worden. Pjöngjang erkennt sie bis heute nicht an. Erst im vergangenen November hatten sich Marineschiffe beider Länder hier ein Feuergefecht geliefert. Dabei war ein nordkoreanisches Patrouillenboot in Flammen aufgegangen.

kgp/dpa/apn/AFP



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Gandhi, 04.08.2009
1. Wenn es Bill Clinton gelingt,
zwei dumme Frauen loszueisen, dann ist auch ein Auftauen des Frostes moeglich. Von Annaeherung moechte ich nicht sprechen.
mbberlin, 04.08.2009
2.
Zitat von sysopDer Besuch des ehemaligen US-Präsident Bill Clinton in Nordkorea bewirkte die Freilassung der inhaftierten Journalistinnen Ling und Lee. Nordkoreas Diktator Kim Jong Il sprach eine "Sonderbegnadigung" aus. Ist eine Annäherung zwischen den USA und Nordkorea möglich?
Natürlich. Annäherung ist mit jedem möglich. Man muss es einfach nur wollen und dann auch auf Augenhöhe tun.
gunman, 04.08.2009
3.
Zitat von Gandhizwei dumme Frauen loszueisen, dann ist auch ein Auftauen des Frostes moeglich. Von Annaeherung moechte ich nicht sprechen.
Was ist daran dumm, über N-Korea kritisch zu berichten? Clinton ist ein toller Politiker, ohne dessen Präsidentschaft die USA heute noch weit aus tiefer in der Tinte säßen! Gute Nacht zu diesem Thema.
dasky 04.08.2009
4. 'N dicker Truthahn in der Röhre
Zitat von dasky...muss ein nordkoreanischer Fotoapparat (http://www.spiegel.de/img/0,1020,1615276,00.jpg) gewesen sein. Schade um den sonst so scharfen Clinton.....
Warum nicht? Vielleicht hat es eine überqualifizierte (http://www.youtube.com/watch?v=3Fc3xUaImDQ) Annäherung gegeben...
almabu, 04.08.2009
5. Eine Annäherung wird womöglich
Zitat von Gandhizwei dumme Frauen loszueisen, dann ist auch ein Auftauen des Frostes moeglich. Von Annaeherung moechte ich nicht sprechen.
auf dem Rückflug stattfinden, wenn man Bill zu den beiden Frauen in die Maschine setzt;-))
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