Gefangene Taliban Blutiger Aufstand

Sie wehren sich mit allen Mitteln. Der Aufstand von rund hundert gefangenen ausländischen Taliban-Kämpfern in Afghanistan dauert an. Die USA sprechen von einer "Selbstmordaktion".


Herat: Gefangene Taliban beim Gebet
EPA/DPA

Herat: Gefangene Taliban beim Gebet

Masar-i-Scharif - Der Aufstand von rund hundert gefangenen ausländischen Taliban-Kämpfern in der westlich von Masar-i-Scharif gelegenen Festung Kalai Dschanghi dauerte auch am Montag noch an. Wie ein Kämpfer der Nordallianz berichtete, haben sie sich in einem Turm verschanzt und feuern auch mit Raketen. Tags zuvor sollen dort Hunderte gefangene Taliban-Kämpfer bei dem Aufstand getötet worden sein.

Ein US-Sprecher sprach von einer "Selbstmordaktion". Die Gefangenen hätten Waffen in die Festung geschmuggelt und einen Ausbruchversuch unternommen. Dabei hätten sie auch ein Waffen- und Munitionslager in ihre Gewalt gebracht. Aus US-Regierungskreisen verlautete, bei dem Aufstand sei ein Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA verletzt worden. Laut dem Bericht eines US-Journalisten wurde ein US-Soldat getötet.

Über die Zahl der Ausländer in der Festung gab es widersprüchliche Angaben: Während das Pentagon von etwa 300 Tschetschenen, Pakistanern und Arabern sprach, bezifferte die Nordallianz die Zahl der Gefangenen auf 700. Fast alle aufständischen Gefangenen seien getötet worden, berichtete die Nordallianz noch am Sonntag, nur wenige gefangen genommen worden. Aber auch in der Nacht waren noch Schüsse und Explosionen aus der Festung zu hören.

Wie es am Montag weiter hieß, geht den letzten Aufständischen die Munition aus. US-Kampfflugzeuge kreisten über dem Gebiet.



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