Gefangenen-Misshandlung im Irak Anklage gegen US-Militärpolizisten

Die US-Armee hat Anklage gegen sechs Militärpolizisten erhoben. Sie sollen irakische Häftlinge misshandelt haben. Im Irak wurde erneut ein US-Hubschrauber abgeschossen.


Bagdad - Mark Kimmitt, Sprecher der US-Streitkräfte, teilte mit, den Angeklagten werde unter anderem Körperverletzung, Pflichtverletzung und Verschwörung vorgeworfen. Die Übergriffe der Militärpolizisten gegen rund 20 Iraker hätten sich im November und Dezember im Gefangenenlager Abu Ghraib bei Bagdad ereignet.

Die sechs seien gemeinsam mit elf Soldaten im Februar vom Dienst suspendiert worden, sagte Kimmitt. Die Streitkräfte hätten erst im Januar von den Zwischenfällen erfahren. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und bereits entlassene irakische Häftlinge haben den Koalitionstruppen eine unangemessen harte Behandlung von Gefangenen vorgeworfen. Mehr als 10.000 Häftlinge sollen von den Truppen festgehalten werden.

Angriff auf PUK-Büro

In der nordirakischen Stadt Mossul beschossen Unbekannte am Samstag das Büro der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) mit Mörsergranaten. Nach irakischen Polizeiangaben verfehlten die Geschosse ihr Ziel. In einer nahe gelegenen Straße wurde ein Fahrer getötet. Wachleute schossen auf die Angreifer, bei dem Feuergefecht wurden den Angaben zufolge drei Parteimitglieder und ein Passant verletzt.

Bereits am Freitag wurde westlich von Bagdad ein US-Hubschrauber abgeschossen. Nach Angaben eines Militärsprechers konnten beide Piloten unverletzt geborgen werden. Der Zwischenfall habe sich bei Amaraija südlich von Falludscha ereignet, wo Aufständische aktiv sind.

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