Gefangenenaustausch Israel und Hisbollah stehen vor Einigung

Einigung in Nahost: Fünf libanesische Gefangene gegen zwei verschleppte israelische Soldaten - das ist der Tauschhandel, den Israel und die Hisbollah planen. Zudem sollen die Leichen von zehn Kämpfern der schiitischen Miliz übergeben werden.


Jerusalem - Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen Israel und der Schiiten-Miliz Hisbollah: Israel hat sich bereit erklärt, fünf libanesische Gefangene im Austausch für die beiden verschleppten Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev freizulassen. Auch die Leichen von zehn Kämpfern der schiitischen Hisbollah-Miliz wolle Israel freigeben, berichtete das Militärradio am Montag.

Goldwasser und Regev waren am 12. Juli 2006 verschleppt worden. Die Entführungen hatten den 34 Tage andauernden Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ausgelöst. Laut dem Militärradio könnte bei dem Gefangenenaustausch möglicherweise der Libanese Samir Kantar von Israel freigelassen werden. Er war 1980 wegen Mordes an einem Israeli und seiner Tochter sowie an einem Polizisten zu 542 Jahren Haft verurteilt worden.

Bei einer Rede zum achten Jahrestag des israelischen Rückzugs aus dem Südlibanon hatte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Montagabend in Beirut die baldige Rückkehr der libanesischen Gefangenen angekündigt. "Die Gefangenen auszulösen ist unsere Pflicht und unsere heilige Aufgabe", sagte Nasrallah in Beirut vor jubelnden Anhängern.

Ein israelischer Vertreter bestätigte, dass Israel und die Hisbollah zu Zugeständnissen bereit seien. Nach Angaben eines Bruders von Samir Kantar führten indirekte Verhandlungen zu den Fortschritten. "Ich wurde informiert, dass etwas Positives im Zusammenhang mit meinem Bruder und allen in Israel festgehaltenen Gefangenen innerhalb von 30 Tagen passiert", sagte Bassam Kantar am Montag.

ffr/AFP/dpa



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