Gefechte in Nadschaf US-Truppen kreisen Sadr in Moschee ein

Für den radikalen Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr sieht es schlecht aus. US-Truppen und irakische Soldaten haben ihn und seine Gefährten eingekreist. Sadr hat sich in Nadschaf in einer Moschee verschanzt.




Sadr-Anhänger in Basra: Der Prediger harrt in der Moschee aus
AP

Sadr-Anhänger in Basra: Der Prediger harrt in der Moschee aus

Nadschaf - Mehrere tausend US-Soldaten starteten einen Großangriff auf die verschanzten Untergrundkämpfer. Im Abstand von 200 Metern rund um die Imam-Ali-Moschee errichteten die alliierten Soldaten einen Belagerungsring aus hohen Betonmauern und Stacheldraht. Amerikanische Verbände nähmen dahinter die vorderste Linie ein, irakische Sicherheitskräfte folgten in der zweiten Reihe.

"Wir haben umfangreiche Operationen zur Ausschaltung der Miliz begonnen", sagte Major David Holahan. In der ganzen Stadt waren heftige Schießereien zu hören.

Sadr wurde auf dem Gelände der Moschee inmitten seiner Kämpfer gesehen. Am Mittwoch hatte der Prediger seiner Truppe befohlen, auch dann weiterzukämpfen, wenn er selbst gefangen genommen oder getötet werden sollte. Rund 80 Prozent der Bewohner des Bezirks um den heiligen Imam-Ali-Schrein und den Pilgerfriedhof "Tal des Friedens" hatten ihre Wohnungen verlassen, bevor das US-Militär am Morgen seine Offensive einleitete.

Bei den Angriffen wurden auch vermutete Rebellenstellungen auf dem großen Pilgerfriedhof der Stadt schwer bombardiert. Beim Vorrücken auf die Moschee gab es heftige Gefechte. Augenzeugen berichten von beträchtlichen Schäden an Häusern und Pilgerhotels.

In Reaktion auf das Vorgehen der US-Streitkräfte drohten Anhänger al Sadrs damit, Öl-Pipelines und Hafenanlagen in der südirakischen Industriestadt Basra in die Luft zu jagen. Auch Schiiten, die den Kurs al Sadrs ablehnen, sind aufgebracht über die militärische Offensive gegen Nadschaf, das den Schiiten mit seinem Imam-Ali-Schrein als Heilige Stadt gilt.

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