Geheimdienste Trainierte die CIA Pakistaner für Bin-Laden-Festnahme?

Washington - Die USA hatten bereits 1999 die Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Osama bin Laden mit Hilfe Pakistans geplant. Nach Angaben der "Washington Post" vom Mittwoch sollten 60 vom amerikanischen Geheimdienst CIA ausgebildete pakistanische Kommandos in das Territorium Afghanistans eindringen und Bin Laden festnehmen. Der Militärputsch am 12. Oktober 1999 gegen den damaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif durch den jetzigen Staatschef, General Pervez Musharraf, habe diese Pläne zunichte gemacht. Danach sei der Kontakt zwischen den Geheimdiensten abgebrochen.

Die Kommando-Aktion sollte Teil einer größeren Operation sein, Bin Laden dingfest zu machen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Danach hatten die USA auch massive Bombenangriffe und einen Angriff durch Spezialeinheiten geplant. Ehemalige Mitarbeiter von Ex-Präsident Bill Clinton bedauerten den Berichten zufolge jetzt ihre damalige Zurückhaltung. "Ich wünschte, wir hätten damals die Situation erkannt und den Feldzug gestartet, den wir jetzt beginnen. Das bedaure ich", sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.

Die Zeitung berichtete auch über eine weitere Chance im Frühjahr 1996, Bin Laden aus dem Verkehr zu ziehen. Die sudanesische Regierung habe der US-Regierung angeboten, Bin Laden zu verhaften und den saudischen Behörden auszuliefern. Die Clinton-Regierung habe den Fall jedoch zehn Wochen später aufgegeben, weil es ihr nicht gelungen sei, die saudische Regierung zur Verhaftung Bin Ladens zu bewegen. Außerdem hätten US-Gerichte damals keine Beweise gehabt, dem gebürtigen Saudi Bin Laden selbst den Prozess zu machen.

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