Geheime CIA-Flüge Frankfurt soll Drehkreuz gewesen sein

Der größte Teil der CIA-Geheimflüge soll über die frühere US-Airbase bei Frankfurt am Main gegangen sein. Zudem sollen die Flüge mit gefangenen Terrorverdächtigen an Bord weiterhin andauern, berichten Zeitungen.


Frankfurt/Berlin - Zwischen 2002 und 2004 habe der Flughafen bei Frankfurt der CIA als europäisches Drehkreuz für Geheimflüge gedient, berichtet die "Berliner Zeitung". Demnach gab es in dieser Zeit auf dem Militärflugplatz mindestens 85 Starts und Landungen von CIA-Flugzeugen - so viele wie von keinem anderen europäischen Flughafen. Häufigste Abflug- und Zielorte der zwischengelandeten Maschinen seien Bagdad, Kabul, Amman und Ziele in Pakistan gewesen. Daneben hätten die Maschinen Moskau, Prag und Glasgow angesteuert.

Rhein-Main-Airbase: Hier soll das Drehkreuz der Geheimflüge gewesen sein
DPA

Rhein-Main-Airbase: Hier soll das Drehkreuz der Geheimflüge gewesen sein

Nach Informationen des "Handelsblatts" dauern die geheimen Flüge mit gefangenen Terrorverdächtigen an Bord auch jetzt noch an. "Die CIA-Flugzeuge sind in verschiedenen europäischen Ländern zwischengelandet - unter anderem in Deutschland. Daran hat sich nichts geändert", zitierte die Zeitung einen hochrangigen US-amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter. In der Bundesrepublik sei insbesondere die US Air Base im rheinland-pfälzischen Ramstein betroffen, heißt es in diesem Bericht.

Die jeweiligen Regierungen seien von amerikanischer Seite allerdings nicht informiert worden, betonte der Geheimdienst-Mann. Beim CIA-Personal herrsche große Frustration, weil die Flüge nicht ausreichend abgeschirmt worden seien. "Das Ganze ist eine große Peinlichkeit", fügte der Geheimdienst-Mitarbeiter nach Zeitungsangaben hinzu.

USA dementieren Zwischenlandungen in Spanien

Heimliche Häftlingstransporte über Spanien hat die US-Regierung inzwischen bestritten. Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos sagte, Washington habe versichert, dass in Flugzeugen der CIA, die in Spanien gelandet seien, keine gefangenen mutmaßlichen Terroristen gewesen seien. Die Amerikaner hätten garantiert, in Spanien gegen keine Gesetze verstoßen zu haben.

Moratinos kündigte allerdings an, dass die spanischen Behörden solche Flüge bei Zwischenlandungen in Spanien künftig genauer kontrollieren werden. Spanien habe als einer der ersten europäischen Staaten wegen der Gerüchte um geheime Häftlingstransporte der CIA den USA seine Besorgnis ausgedrückt und um Informationen gebeten, betonte Moratinos im Madrider Parlament.



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