Geheimes Atomgelände Uranspuren in bombardierter syrischer Anlage gefunden

Die USA vermuten dort eine geheimes Atomdepot: Auf dem Gelände einer im vergangenen Jahr von Israel bombardierten Anlage in Syrien sind nach Uno-Angaben Spuren von Uran gefunden worden.

Wien - Die USA glauben, dass es sich bei dem im September 2007 zerstörten Gebäude in Syrien um einen fast fertiggestellten Atomreaktor handelt. Nach Angaben eines Uno-Diplomaten wurden in der Umgebung Uranspuren gefunden. Proben hätten außerdem andere chemische Elemente offenbart, die weitere Inspektionen notwendig erscheinen ließen, erklärten die Diplomaten in Wien am Montag.

Von Bedeutung seien die Funde im Zusammenhang mit weiteren Spuren in den Luft- oder Bodenproben, die Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bei einem Besuch des Geländes im Juni genommen hatten. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei werde dem Gouverneursrat der Behörde in der kommenden Woche detailliert Bericht erstatten.

Israel hatte die syrische Anlage am 6. September 2007 bombardiert. Die Regierung in Jerusalem ebenso wie die in Damaskus spielten die Operation lange Zeit herunter. Mehrfach wurde der Verdacht geäußert, es könnte sich bei dem Objekt um eine geheime syrische Atomanlage gehandelt haben, die mit Hilfe von Nordkorea errichtet worden sei.

Diplomaten hatten der Nachrichtenagentur AP bereits im Oktober berichtet, dass in Luft- und Bodenproben verdächtige Spuren enthalten gewesen seien, denen nach Ansicht der IAEA nachgegangen werden müsse. Syrien will nach eigenen Angaben erst nach dem Vorliegen endgültiger Ergebnisse Anträge der IAEA auf weitere Besuche auf dem Gelände beantworten. Aus Kreisen der Behörde in Wien hatte es im September jedoch geheißen, die Regierung in Damaskus werde keine weiteren Inspektionen erlauben.

als/AP

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