Geheimgefängnisse Bürgerrechtler wollen CIA verklagen

Die Affäre um CIA-Geheimgefängnisse zieht Kreise. Jetzt will die amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) den US-Geheimdienst wegen Verschleppung eines ausländischen Bürgers verklagen.


Washington - Das kündigte die Organisation am Freitag in Washington an. Es ist die erste Klage im Zusammenhang mit Berichten über CIA-Geheimgefängnisse in mehreren europäischen und anderen Staaten. Die Identität des Mannes wurde zunächst geheim gehalten. Er soll jedoch auf einer Pressekonferenz der ACLU am Dienstag auftreten. Der Organisation zufolge wird in der Klage CIA-Beamten "auf der höchsten Ebene" Verletzung amerikanischer und internationaler Menschenrechtsgesetze vorgeworfen.

Mit Erlaubnis der CIA hätten Beamte einen unschuldigen Mann entführt, festgehalten, von Kontakten zur Außenwelt abgeschnitten, geschlagen und ihn in ein Geheimgefängnis in Afghanistan gebracht. Die CIA habe das Opfer auch noch dann im berüchtigten "Salt-Pit"- Gefängnis festgehalten, als seine Unschuld schon längst festgestanden habe. Der Mann sei schließlich freigelassen worden, ohne jemals angeklagt worden zu sein.

Die Klage richtet sich nach Angaben der ACLU auch gegen jene Gesellschaften, die die Flugzeuge besessen oder betrieben hätten, in denen der Mann verschleppt worden sei. Die Unternehmen hätten sich damit widerrechtlich an der Verletzung der Bürgerrechte des Opfers beteiligt.



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