Geheimtreffen Sagenumwobene Bilderberg-Gruppe versammelt sich in Spanien

Manche sehen in ihr eine Art "Schatten-Weltregierung", andere nur einen überholten elitären Debattierclub: Die Bilderberg-Gruppe ist zu ihrem jährlichen Treffen zusammengekommen. Streng abgeschirmt von der Außenwelt tagt die geheimnisumwitterte Organisation in Spanien.
Protest gegen Geheimtreffen: Bilderberg-Gruppe trifft sich in Spanien

Protest gegen Geheimtreffen: Bilderberg-Gruppe trifft sich in Spanien

Foto: ALBERT GEA/ REUTERS

Barcelona

Barcelona - Es ist ein exklusiver Zirkel: Politiker, Ökonomen, Unternehmer, Adlige und Militärs. Jedes Jahr trifft sich die Bilderberg-Gruppe an einem wechselnden Ort, um die Weltlage zu beraten. 2010 treffen sich die Mitglieder in einem Luxushotel in Sitges bei an der Costa Dorada. Rund 350 Polizisten sind nach Presseberichten vom Freitag im Einsatz. Globalisierungsgegner protestierten gegen das Treffen.

Königin Beatrix

Königin Sofia

Henry Kissinger

Bill Gates

José Luis Rodríguez Zapatero

Die Liste der rund hundert Teilnehmer ist vertraulich, aber nach den Berichten gehören zu ihnen unter anderem der Niederlande, Spaniens , der frühere US-Außenminister , Microsoft-Gründer und Paul Volcker, Ex-US-Notenbankchef und Berater von Präsident Barack Obama. Auf der Tagesordnung des bis Sonntag dauernden Treffens stehen demnach Themen wie die Wirtschafts- und Finanzkrise, die Zukunft des Euro, die Lage in Afghanistan oder die Spannungen mit Iran. Spaniens Ministerpräsident wolle die "Bilderberger" bei dem Treffen dazu aufrufen, Vertrauen in den Sparkurs seines Landes zur Überwindung der Schuldenkrise zu haben.

Prinz Bernhard

Das elitäre Forum war 1954 von der Niederlande ins Leben gerufenen worden, um die Beziehungen zwischen Westeuropa und den USA zu stärken. Der Name "Bilderberg" kommt vom ersten Konferenzort, einem Hotel im niederländischen Oosterbeek.

Auch deutsche Politiker haben in der Vergangenheit an der Konferenz teilgenommen: Guido Westerwelle, Otto Schily, Friedbert Pflüger, Kanzlerin Angela Merkel, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Journalist Mathias Döpfner. Über die Gespräche wird traditionell völliges Stillschweigen bewahrt. Die Presse ist nicht zugelassen. Dies hat im Laufe der Jahrzehnte Verschwörungstheorien genährt, wonach die "Bilderberger" eine Art "globale Herrschaft" anstrebten und eine neue Weltordnung begründen wollten.

ler/dpa