Geisel-Video Kidnapper drohen mit Hinrichtung von Sinan Krause

Die Entführer des im Irak verschleppten Deutschen Sinan Krause haben sich mit einem neuen Video gemeldet - darin fordern sie den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan binnen zehn Tagen und drohen mit der Hinrichtung ihrer Geisel. Laut Auswärtigem Amt ist das Videomaterial schon älter.


Kairo - Im Internet ist ein Video der Entführer des im Irak verschleppten Deutschen Sinan Krause aufgetaucht. Wie das auf Terrorismus spezialisierte IntelCenter gestern Abend in Alexandria bei Washington mitteilte, ist darauf der 20 Jahre alte Sinan zusammen mit seiner Mutter Hannelore zu sehen, die von den Entführern am 10. Juli freigelassen wurde.

In der Videobotschaft, die laut eines Sprechers des Auswärtigen Amts "möglicherweise schon länger auf einer einschlägigen Website eingestellt" wurde, kündigen die Entführer von der "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit" die Freilassung der Mutter an und fordern den Abzug der Bundeswehrtruppen aus Afghanistan binnen zehn Tagen. Anderenfalls werde man den jungen Mann töten, ihn "schlachten wie ein Schaf", hieß es in dem Video.

Die Echtheit des Dokuments konnte nicht bestätigt werden. Es erschien jedoch auf einer Website, die in der Vergangenheit schon mehrfach von Islamisten genutzt wurde.

Das IntelCenter veröffentlichte mehrere Standbilder aus dem 2 Minuten und 44 Sekunden langen Video. Auf einem ist die mit einem Kopftuch bekleidete weinende Mutter zu sehen, die den Kopf ihres Jungen an sich drückt. Nach Angaben des IntelCenters handelt es sich um die insgesamt dritte Videobotschaft der Entführer.

Die seit langem mit ihrem Mann in Bagdad lebende Frau war am 10. Juli nach mehr als fünf Monaten Geiselhaft im Irak freigelassen worden. Ihr 20-jähriger Sohn blieb jedoch in der Gewalt der Kidnapper.

Hannelore Krause hat die Bundesregierung bereits mehrmals um einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gebeten, um das Leben ihres Sohne zu retten.

Bei der Verschleppung der Krauses handelte es sich um die dritte Geiselnahme von Deutschen im Irak. Zuletzt hatte die Entführung von René Bräunlich und Thomas Nitzschke für Aufsehen gesorgt. Die beiden Techniker waren im Januar 2006 im Irak verschleppt und nach mehr als drei Monaten befreit worden. Im November 2005 wurde die Archäologin Susanne Osthoff im Nordirak entführt. Sie kam nach mehr als dreiwöchiger Geiselhaft frei.

hen/dpa/AFP/Reuters



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