Geiselkrise in Iran Großbritannien ruft Weltsicherheitsrat zu Hilfe

Die Bilder von den britischen Soldaten im iranischen Fernsehen haben die britische Regierung entsetzt: Sie geht davon aus, dass die 14 Männer und eine Frau womöglich gefoltert wurden. Jetzt soll der Uno-Sicherheitsrat eingreifen.


London - Britischen Medienberichten zufolge wurde unter den Mitgliedern des Rates bereits ein Entwurf einer Erklärung verbreitet, mit dem unterstrichen werden soll, dass die britischen Seeleute unter einem Uno-Mandat im Einsatz waren.

Zuvor hatte Premierminister Tony Blair vor dem Unterhaus angekündigt, London werde jetzt auch den internationalen Druck erhöhen. London hatte noch gestern alle Beziehungen zu Teheran eingefroren.

Die Marinesoldaten waren am Freitag vergangener Woche verschleppt worden, als sie im Mündungsbereich des Grenzflusses Schatt al-Arab ein Handelsschiff kontrollieren wollten. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlichte gestern Beweismaterial, wonach die Soldaten mehr als drei Kilometer von der iranischen Grenze entfernt aufgegriffen worden seien.

US-Präsident George W. Bush telefonierte gestern Abend mit dem britischen Premier Blair über die Entwicklung. "Der Präsident gibt Tony Blair und unseren Verbündeten in London seine volle Unterstützung", sagte Bushs Sprecherin Dana Perino.

Erstmals seit der Festnahme der 15 Briten hatte das iranische Staatsfernsehen gestern Bilder von den Gefangenen gezeigt.

Das Gebiet des Schatt al-Arab
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Das Gebiet des Schatt al-Arab

Auf den Aufnahmen sind die in Uniform gekleideten Briten beim Essen zu sehen. Die einzige Frau unter ihnen, Faye Turney, trägt ein Kopftuch, raucht und sieht niedergeschlagen aus. Turney entschuldigt sich in dem Video für das Eindringen in iranisches Hoheitsgewässer. "Sie waren sehr nett, sehr gastfreundlich, sehr fürsorglich, nette Leute", sagte die Soldatin dem iranischen Sender. "Es gab keine Aggression, keine Verletzung, keinen Schaden."

Teheran kündigte unterdessen die baldige Freilassung Turneys als "Zeichen der Entspannung" an.

In London äußerten Politiker derweil die Sorge, die Entführten seien gefoltert worden. "Ich bin sehr besorgt über diese Bilder und jedes Anzeichen von Druck oder Folter", sagte die britische Außenministerin Margaret Beckett. Sie kündigte im Unterhaus eine "neue Phase" der Diplomatie an. Die Regierung werde "alle anderen offiziellen bilateralen Geschäfte" einfrieren, bis die Situation geregelt sei.

kaz/dpa/Reuters

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