Geiselnahme in Einkaufszentrum Einer der Nairobi-Attentäter soll Norweger sein

Die Spur der Attentäter von Nairobi führt möglicherweise auch nach Nordeuropa. Nach dem Terroranschlag in einem Einkaufszentrum der kenianischen Hauptstadt haben Ermittler nun einen Norweger in Verdacht, einer der Täter zu sein.

Überfall in Nairobi (Archiv): Ex-Mitschüler wollen den Norweger erkannt haben
REUTERS

Überfall in Nairobi (Archiv): Ex-Mitschüler wollen den Norweger erkannt haben


Oslo/Nairobi - Mindestens 67 Menschen starben, als Attentäter im September eine Shopping-Mall in Nairobi überfielen. Einen Monat nach der Tat haben die Ermittler jetzt offenbar die Identität eines Täters klären können. Bei ihm soll es sich um einen Norweger mit somalischen Wurzeln handeln. Der 23-jährige Hassan Abdi Dhuhulow sei in Somalia geboren und habe seit 1999 in Norwegen gelebt, berichtete die BBC am Freitag. Später gab die norwegische Sicherheitspolizei bekannt, einige ihrer Ermittler seien nach Kenia gereist, um mit der dortigen Polizei zusammenzuarbeiten.

Frühere norwegische Mitschüler wollen den Mann auf den Überwachungsvideos aus dem Einkaufszentrum erkannt haben. "Er ist es. Er hat eine besondere Art zu gehen, und man kann sehen, wie sein Stil sich von anderen unterscheidet", sagte ein ehemaliger Schulkamerad aus dem südwestlich von Oslo gelegenen Larvik der Zeitung "Ostlands-Posten".

Ein Mitglied der Familie des Mannes bestritt im norwegischen Fernsehen dagegen, dass es sich bei einem der vier gefilmten Männer um den 23-Jährigen handle.

Zahl der Angreifer noch unbekannt

Der in Somalia geborene Mann hatte mit seiner Familie einige Jahre in Norwegen gelebt, soll das Land den Angaben zufolge aber 2009 verlassen haben. Er hat aber immer noch eine Anschrift in Larvik. In der weiterführenden Schule habe sich der junge Mann zunehmend für Religion interessiert und angefangen, mehrmals täglich zu beten, erzählte ein früherer Mitschüler norwegischen Medien.

Wie viele Angreifer insgesamt an dem Massaker ab dem 21. September beteiligt waren, ist noch unklar. Die Sicherheitskräfte sprachen ursprünglich von bis zu 15, später war von vier bis sechs Angreifern die Rede. Zu dem Anschlag hatte sich die somalische Islamisten-Miliz al-Schabab bekannt. Nach Angaben des Roten Kreuzes suchen einige Familien immer noch nach vermissten Angehörigen.

Aus den Trümmern am Tatort sind indes drei weitere Leichen geborgen worden. Es war zunächst unklar, ob es sich dabei um Opfer oder Täter handelte. Ein Polizeisprecher in Kenia sagte, noch mehr Menschen könnten unter den Überresten des Einkaufszentrums begraben sein.

ler/dpa

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det70 18.10.2013
1. Schein oder sein?
Seltsame Story das Ganze. Handelte es sich wirklich um böse Terroristen, oder war das eine Kommandoaktion? Die Nationalitäten der Täter passen irgendwie so gar nicht ins Schema der Teppichmesserflieger-Gilde.
Atheist_Crusader 18.10.2013
2.
Zitat von det70Seltsame Story das Ganze. Handelte es sich wirklich um böse Terroristen, oder war das eine Kommandoaktion? Die Nationalitäten der Täter passen irgendwie so gar nicht ins Schema der Teppichmesserflieger-Gilde.
Wo ist da noch der Unterschied? Seit 2001 kann man so ziemlich jeden einen Teroristen nennen. Politische Agitatoren, steinewerfende Mobs, Kongomilizen, Selbstmordbomber, Falschparker... Terrororganisationen sind wie Unternehmen. Sie haben Top-Leute und Versager. Jemand der in Norwegen lebt, da integriert ist und die Sprache spricht bringt schonmal eine menge wichtiger Qualifikationen mit. Er kann Informationen liefern, anderen Terroristen helfen, Anschläge durchführen und dann wieder zu seinem täglichen Leben zurückkehren als ob nichts gewesen wäre. So Jemanden verschwendet man nicht, indem man ihm einen verräterischen Stempel in den Pass packt, der die Sicherheitsbehörden aufhorchen lässt. Die Aktion in Kenia war vom Konzept her aber ein ziemliches Selbstmordkommando; die Täter konnten auch bei idealem Ausgang nicht sicher sein, da lebendig rauszukommen. Eine Aufgabe für Leute die bereit sind zu sterben. Anders gesagt: die weniger kompetenten Mitglieder. Leute, die außer etwas Waffenausbildung und einem Todeswunsch keine Qualifikationen haben. Also einen norwegischen Aktivposten so zu einzusetzen ist personaltechnisch eine ziemliche Verschwendung. Das ist, als ob man einen Ingenieur einstellen und dann die Poststelle machen ließe. Irgendwas passt da nicht zusammen.
tw1974 19.10.2013
3. Seltsam?
Zitat von det70Seltsame Story das Ganze. Handelte es sich wirklich um böse Terroristen, oder war das eine Kommandoaktion? Die Nationalitäten der Täter passen irgendwie so gar nicht ins Schema der Teppichmesserflieger-Gilde.
Warum ist die Story seltsam? Was für Anhaltspunkte haben Sie, dass es keine Terroristen waren? Nicht? Ein junger Mann, mit muslimischem Hintergrund und einen Teil seiner Kindheit in einem westlichen Land verbracht hat, passt doch sehr genau in das Schema eines islamistischen Attentäters. Die Attentäter von Madrid 2004 und London 2005 haben ganz ähnliche Biographien.
AllesNeuMachtDerMai... 19.10.2013
4.
Zitat von det70Seltsame Story das Ganze. Handelte es sich wirklich um böse Terroristen, oder war das eine Kommandoaktion? Die Nationalitäten der Täter passen irgendwie so gar nicht ins Schema der Teppichmesserflieger-Gilde.
Naja, nur weil einer den norwegischen Pass hat, heißt das noch lange nicht, daß er nicht ins Schema paßt. Es gibt auch in Dland hunderttausende die den Deutschen Pass haben und sich dennoch nicht für Deutsche halten. So passt's dann also wieder. Aber es gibt ja auch den einen oder anderen Nichtmigrationshintergrunddeutschen, der zum Islam konvertiert und dann auch noch zum Befürworter von Anschlägen wird. So passt's dann also auch wieder. Die Pässe sagen wenig darüber aus, wer die Anschläge begeht. Es sagt mehr darüber aus, wer die Anschläge begeht, wenn man sich anhört, auf was sich die Attentäter berufen und das war bei diesem Anschlag der Islam und der Koran. Zumindest habe ich nichts davon gehört, daß die irgendetwas in der Richtung von "ich habe den Norwegischen Paß und deshalb ermorde ich jetzt 65 Ausländer in Nairobi" haben verlautbaren lassen. Ganz einfach zusammengefasst, diese Spinner morden genauso rechtsextrem durch die Gegend, wie es auch der Nichtmigrationshintergrundnorweger Anders Breivik gemacht hat. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, daß in den 70er / 80er Jahren in Zusammenhang mit den RAF-Morden nahezu ausschließlich Nichtmigrationshintergrunddeutsche und keine mit islamischem Hintergrund gesucht wurden. Damals war der Deutsche Paß bzw. der Paß der DDR durchaus ein wesentlicher Hinweis auf die Täter. Daß ist heute eben aufgrund der Multi-Kulti-Zeiten komplett anders, als vor 30 / 40 Jahren. Und ja, natürlich war das eine islamistische *Kommandoaktion*, da besteht – außer möglicherweise bei Ihnen – kein Zweifel!
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