Geiselnahme Zwei Deutsche im Jemen entführt

Im Jemen sind nach Angaben von einheimischen Stammesvertretern zwei Deutsche von einer Gruppe Bewaffneter entführt worden. Auch drei Franzosen wurden im Südosten des Landes verschleppt.


Sanaa - Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wollen die Männer, die zum Stamm der Al-Abdullah gehören, die Urlauber benutzen, um ein von der Polizei festgenommenes Stammesmitglied freizupressen. Der Inhaftierte sitzt wegen eines Blutrache-Vergehens in Haft.

Die Entführung habe sich in der Provinz Schabwa ereignet und sei von Angehörigen des Abdullah-Stammes verübt worden, sagte ein Regierungsvertreter. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Entführung der Deutschen zunächst nicht bestätigen.

Im Jemen wurden in den vergangenen Jahren mehr als 200 Ausländer entführt. Zuletzt waren Anfang Januar fünf Italiener verschleppt worden, die wenige Tage später von einem Spezialkommando der jemenitischen Armee befreit wurden.

Kurz zuvor waren der deutsche Ex-Diplomat Jürgen Chrobog und seine Familie aus den Händen jemenitischer Geiselnehmer freigekommen. Die Geiselnahmen überschatten das Bild als attraktives Touristenziel, mit dem sich das bitterarme Land neue Einnahmequellen erschließen möchte.

tim/AFP/Reuters/dpa



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