Nantes Gewaltsame Auseinandersetzung bei Gelbwesten-Protesten

Bei einer Demo der Gelbwesten im westfranzösischen Nantes wurden mehrere Menschen verletzt. 35 Demonstranten nahm die Polizei fest.

Ein Molotovwcocktail explodiert bei den gewaltsamen Protesten der Gelbwesten in Nantes. Auffällig: Kaum Demonstranten trugen noch die ikonischen Westen.
Stephane Mahe/ Reuters

Ein Molotovwcocktail explodiert bei den gewaltsamen Protesten der Gelbwesten in Nantes. Auffällig: Kaum Demonstranten trugen noch die ikonischen Westen.


In Frankreich hat es erneut Proteste der sogenannten Gelbwesten gegeben, dabei kam es in Nantes zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. An dem Protestzug in der westfranzösischen Stadt beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 1800 Menschen. Bei den Auseinandersetzungen am Nachmittag wurden mehrere Menschen verletzt. Die Polizei meldete 35 Festnahmen.

Nantes war von den "Gelbwesten" als Hauptort der Proteste am Samstag ausgesucht worden, die Organisatoren hatten zu einer "nationalen Zusammenkunft" aufgerufen. Diesem Aufruf folgten deutlich weniger Menschen als zum Höhepunkt der Proteste: Vor einem dreiviertel Jahr hatten Hunderttausende Franzosen demonstriert.

Demonstranten schützen sich vor den Wasserwerfern der Polizei
Sebastien Salom-Gomis/ AFP

Demonstranten schützen sich vor den Wasserwerfern der Polizei

Im Protestzug in Nantes trugen auffällig wenig Teilnehmer die gelben Warnwesten, die der Bewegung ihren Namen gegeben haben. Aus dem Zug heraus wurden am Nachmittag plötzlich Steine geworfen, Geschäfte verwüstet, Mülleimer in Brand gesetzt. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war, setzte ihrerseits Tränengas ein. Ein AFP-Korrespondent sah zwei verletzte Demonstranten, die Polizei meldete fünf verletzte Beamte.

Auch in anderen französischen Städten wurde am Samstag demonstriert, so in der Hauptstadt Paris, wo mehrere Hundert Menschen zusammenkamen. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen die Rentenreformpläne der Regierung. Am Freitag hatten deshalb bereits Mitarbeiter des Pariser Nahverkehrs gestreikt. Die Regierung will die umstrittene Rentenreform bis zum kommenden Sommer vom Parlament besiegeln lassen.

mfh/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.