Gelbwesten in Toulouse Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

Eskalation in Toulouse: Bei Gelbwesten-Protesten sind Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern und Tränengas vorgegangen. In Paris gab es hingegen keine größeren Zwischenfälle.

Die Proteste in Toulouse fielen heftiger aus, als in der Hauptstadt
GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Die Proteste in Toulouse fielen heftiger aus, als in der Hauptstadt


In Frankreich haben erneut Zehntausende Gelbwesten gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron protestiert. Landesweit hätten sich rund 31.000 Demonstranten versammelt, wie das Innenministerium mitteilte. In Paris nahmen demnach 5000 Menschen an den Kundgebungen teil. In Montpellier gingen knapp 1800 Menschen auf die Straße. Neues Zentrum der Proteste war an diesem Wochenende Toulouse im Südwesten des Landes.

Die Demonstration in Paris verlief ohne größere Zwischenfälle. Polizisten nahmen nach Angaben der Präfektur 27 Demonstranten vorübergehend fest. In Toulouse hingegen setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein, die Behörden sprachen von 14 Verletzten. Die Teilnehmerzahl lag nach Angaben aus Polizeikreisen bei etwa 4500. 37 Menschen wurden in Toulouse festgenommen, mehrere wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot.

Es waren die ersten Gelbwesten-Proteste seit Inkrafttreten des umstrittenen "Anti-Randalierer-Gesetzes". Damit dürfen Sicherheitskräfte bei Demonstrationen schärfer gegen mutmaßliche Gewalttäter und Vermummte vorgehen. Wer sein Gesicht bei einer Demonstration verhüllt, muss von nun an mit einem Jahr Haft und 15.000 Euro Geldstrafe rechnen.

Gelbwesten-Proteste in Toulouse
GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Gelbwesten-Proteste in Toulouse

Macrons größte Herausforderung in seiner Präsidentschaft

Seit November 2018 gehen Regierungskritiker in Frankreich auf die Straße, um gegen soziale Ungleichheit zu demonstrieren. Die Proteste, die zum Teil mit massiver Gewalt einhergingen, stellen für Macron die größte Herausforderung seiner Präsidentschaft dar.

Macron will in den kommenden Tagen neue Maßnahmen ankündigen, um die Demonstranten zu beschwichtigen. Dabei soll es besonders um Steuerpolitik gehen - ein Thema, bei dem Premierminister Édouard Philippe zuletzt eine "gewaltige Verbitterung" im Volk ausgemacht hatte.

Nach Angaben der Organisatoren nahmen am Samstag mehr als 80.000 Menschen landesweit an den Protesten teil. Eine Woche zuvor waren nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 22.300 Menschen auf die Straße gegangen - Mitte November waren es noch 282.000 gewesen. Für kommende Woche haben die Gelbwesten wieder einen "großen Tag" mit hoher Beteiligung angekündigt.

bam/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Edgard 14.04.2019
1. Gestern eine lange Tour...
.. durch die WestBretagne gemacht - keine einzige Gelbweste zu sehen wie auch vorher schon im Elsass. Macron hat mit seinem persönlichen Einsatz im Bürgerdialog gepunktet; die "Gelbwesten" durch ihre Gewalt, die Blockaden und die Verweigerung des Dialogs verloren. Die meisten Franzosen sind nur noch genervt - jetzt sind nur noch Hardliner und Gewalttäter auf der Straße.
frenchie3 14.04.2019
2. Man rechne die paar Hansel
mal auf die Bevölkerung um. Jetzt ziehe man noch die Randalierer ab, da bleibt nicht mehr viel von den echten Gelbfräcken übrig. Mir kommt langsam der Eindruck daß es sich um einsame Menschen handelt. Die stehen ab Freitag Nachmittag am Autobahnkreisel, im Hintergrund qualmt der Grill, und winken den Leuten zu. Inzwischen hupt da schon nur noch ab und zu mal einer. Am Sonntag wird der Grill eingepackt und das war's
licorne 14.04.2019
3. Wasserwerfer?
Das fehlt mir noch. Jetzt habe ich zum Demonstrieren auf den Frühling gewartet, mir eine schöne gelbe Weste von Hermès zugelegt und kann noch nicht mal in Ruhe protestieren.
k70-ingo 14.04.2019
4.
Zitat von licorneDas fehlt mir noch. Jetzt habe ich zum Demonstrieren auf den Frühling gewartet, mir eine schöne gelbe Weste von Hermès zugelegt und kann noch nicht mal in Ruhe protestieren.
Wo ist das Problem? Die Weste ist wasserfest und das Wetter wird wärmer. Ich habe das Problem, daß die bestellten grauen Warnwesten wahrscheinlich erst geliefert werden, wenn niemand mehr weiß, was Gelbwesten mal waren.
sogehtsind 14.04.2019
5.
Das Größte ist, dass die gelben geschafft haben, eine ökologische Steuer zu blockieren. Aber das darf man nicht so schreiben. Das ist wohl politisch nicht gewünscht.
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