Geldnot USA verlieren ihre Fähigkeit zum Doppelschlag

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2. Teil: Chinas Aufstieg und Amerikas Abstieg? Warum die USA auch weiterhin militärisch dominant sein werden


Befeuert wird die Debatte von der rasanten Modernisierung der chinesischen Streitkräfte. Vor genau einem Jahr hat Peking - viel früher, als die Amerikaner das erwartet hatten. Zugleich hat China seit 2006 Dutzende Zerstörer, Fregatten und U-Boote in Dienst gestellt und einen ehemals sowjetischen Flugzeugträger gekauft, modernisiert und zu einer ersten Testfahrt in See stechen lassen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte eine chinesische Rakete mit der Bezeichnung Dongfeng-21D. Sie soll in der Lage sein, große Schiffe mit einem Schlag zu versenken, ohne dass eine Gegenwehr möglich wäre. Prompt wurde die Waffe in den USA "Flugzeugträger-Killer" genannt. Anfangs hieß es noch, die Chinesen könnten eine Rakete nicht präzise genug steuern, um ein bewegliches Ziel wie ein Schiff zu treffen. Doch inzwischen hat Peking auch ein Es soll in der Lage sein, militärische Flugkörper ebenso präzise ins Ziel zu lenken wie das amerikanische GPS.

Erst im November hat US-Präsident Barack Obama die angekündigt. Drastische Einschnitte bei der Air Force und der Marine würden dazu kaum passen. Zwar soll die Zahl der Flugzeugträger laut "New York Times" auch nach den aktuellen Einsparungen bei elf bleiben. Doch ob das ausreicht, ist offen. Philip Breedlove, Vize-Stabschef der US-Luftwaffe, warnte bereits im Sommer 2011, dass der "anhaltende fiskalische Druck" es schwierig mache, den technologischen Vorsprung vor den Chinesen zu halten. "Wir fliegen schon jetzt die älteste Luftwaffe, die wir jemals hatten", so der General.

Die Air Force müsse nicht nur ihren Bestand an Flugzeugen und Satelliten modernisieren, sondern zugleich einen neuen Langstreckenbomber entwickeln und produzieren lassen. Das neue Flugzeug sei ein zentraler Bestandteil der neuen "AirSea Battle"-Doktrin, sagte Breedlove.

Neue Doktrin soll Macht der USA im Pazifik sichern

Große Teile der vieldiskutierten Doktrin sind geheim. Klar scheint bisher nur, dass das Pentagon sich bei der Ausarbeitung darauf konzentriert, durch intelligente Verknüpfung von Luftwaffe, Marine und Landstreitkräften die Oberhand zu behalten - selbst wenn der Gegner über zahlenmäßig überlegene Kräfte verfügt. Darüber hinaus soll die Doktrin nach bisherigen Informationen sicherstellen, dass die USA auch weiterhin nach Belieben im Pazifik operieren können.

Insbesondere China wird der Versuch nachgesagt, durch sogenannte Anti-Access/Area Denial-Maßnahmen (A2/AD) die USA davon abzuhalten, in bestimmte Seegebiete einzudringen - etwa in die Straße von Taiwan, um das Land vor einer Invasion Chinas zu schützen. Erreichen könnten die Chinesen das beispielsweise durch die Stationierung von Anti-Schiffsraketen an den Küsten, die eine enorme Gefahr für die großen und verwundbaren Flugzeugträger der USA wären.

Ob die US-Marine der kommenden Herausforderung gewachsen ist, scheint fraglich. Im Juli 2011 etwa wurde im US-Kongress eine Statistik vorgestellt, der zufolge 22 Prozent der amerikanischen Kriegsschiffe nicht voll einsatzfähig sind. 2007 habe diese Quote bei nur acht Prozent gelegen. Von den Flugzeugen der Marine sei sogar mehr als die Hälfte nicht voll einsatzfähig.

Kürzungen in Höhe von einer Billion Dollar möglich

Und als ob das noch nicht genug wäre, könnten dem US-Militär noch heftigere Etatkürzungen bevorstehen. Zusätzlich zu den aktuell im Raum stehenden 450 Milliarden Dollar könnte der Kongress weitere Einsparungen in Höhe von 500 Milliarden Dollar beschließen. Das Pentagon müsste dann mit einem 17 Prozent geringeren Etat auskommen.

Panetta und andere Politiker warnen in diesem Fall vor einer katastrophalen Verschlechterung der nationalen Sicherheit der USA. Das aber halten manche Experten für übertrieben. Laut Gordon Adams, unter US-Präsident Bill Clinton für die Kontrolle der Militärausgaben zuständig, mussten die amerikanischen Streitkräfte nach dem Ende des Korea-, des Vietnam- und des Kalten Krieges weit größere Budgetkürzungen verkraften als heute.

Selbst wenn man in den nächsten zehn Jahren eine Billion Dollar einspare, "ist der Rückgang viel geringer als bei den letzten drei Malen", sagte Adams, der inzwischen beim Stimson Centre in Washington arbeitet, der Londoner "Times". Carl Conetta vom Think-Tank Project on Defence Alternatives warf Panetta gar vor, sich hasenfüßig zu verhalten. "Die heute geplanten Kürzungen kommen nicht annähernd an die heran, die nach dem Kalten Krieg anstanden", so Conetta. Die militärische Dominanz der USA sei auch mit einer Billion Dollar ungebrochen.

Amerikanische Dominanz auf lange Sicht kaum gefährdet

Die Zahlen scheinen ihm recht zu geben: Der US-Wehretat läge 2013 dann immer noch um die 470 Milliarden Dollar, also in etwa auf dem Niveau von 2007. Und selbst das ist noch viel im Vergleich zu den Vorjahren. Nach den Terrorangriffen von 2001 sind die amerikanischen Militärausgaben förmlich explodiert - von rund 400 Milliarden auf aktuell mehr als 700 Milliarden Dollar pro Jahr.

Wie groß die militärische Dominanz der USA noch immer ist, wird an der globalen Luftwaffen-Statistik des Fachblatts "Flight International" deutlich. Laut dem aktuellen Bericht, der Anfang Dezember veröffentlicht wurde, betreiben die USA rund ein Viertel aller Militärflugzeuge weltweit. Danach kommt lange nichts, dann Russland, gefolgt von China, Japan und Indien. Selbst die Luftstreitkräfte dieser vier Staaten zusammen machen lediglich drei Viertel des US-Bestandes aus.

In Zukunft dürfte sich daran kaum etwas ändern. 1700 der 5400 bestätigten Kampfflugzeug-Bestellungen entfallen laut "Flight International" auf die USA. Bei den noch unbestätigten Bestellungen liegen die Amerikaner sogar noch weiter vorn: Sollten die aktuellen Planungen umgesetzt werden, werden 3900 von 6700 neuen Militärflugzeugen für die USA fliegen. Das Blatt sieht derzeit "keine Anzeichen für eine Abschwächung der amerikanischen Dominanz". Sie werde voraussichtlich noch "viele Jahre anhalten".

Mit Material von Reuters

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heiko1977 05.01.2012
1. Titel
Zitat von sysopWashington muss drastisch sparen - jetzt trifft es auch das Militär. Der Wehretat sinkt in den kommenden zehn Jahren um mindestens eine halbe Billion Dollar. Die USA werden deshalb wohl nicht mehr in der Lage sein, zwei Kriege gleichzeitig zu führen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807366,00.html
Damit rückt der Weltuntergang 2012 gewiss näher! Das ist ja total schrecklich, wie wird das nur die Welt aushalten.
earl grey 05.01.2012
2. So eine Krise
Zitat von sysopWashington muss drastisch sparen - jetzt trifft es auch das Militär. Der Wehretat sinkt in den kommenden zehn Jahren um mindestens eine halbe Billion Dollar. Die USA werden deshalb wohl nicht mehr in der Lage sein, zwei Kriege gleichzeitig zu führen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807366,00.html
So eine Krise kann ja auch Vorteile haben...
juergw. 05.01.2012
3. Schockierend !!
Zitat von sysopWashington muss drastisch sparen - jetzt trifft es auch das Militär. Der Wehretat sinkt in den kommenden zehn Jahren um mindestens eine halbe Billion Dollar. Die USA werden deshalb wohl nicht mehr in der Lage sein, zwei Kriege gleichzeitig zu führen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807366,00.html
Nur noch ein Krieg pro Jahr !? Wie können die Republikaner das zulassen.Da hilft nur noch eine drastische Senkung der Sozialleistungen,weg mit den Foodstamps etc.Wer nicht mehr für die Freiheit und Demokratie in anderen Ländern kämpft braucht nichts mehr zum Essen.Halliborton Aktien schnell verkaufen,gerade die Rüstung war doch die Stütze der Wirtschaft.
auweia 05.01.2012
4. Unterstützung
Zitat von sysopWashington muss drastisch sparen - jetzt trifft es auch das Militär. Der Wehretat sinkt in den kommenden zehn Jahren um mindestens eine halbe Billion Dollar. Die USA werden deshalb wohl nicht mehr in der Lage sein, zwei Kriege gleichzeitig zu führen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807366,00.html
Na, man könnte ja den Amis zur Entlastung den einen oder anderen Träger abkaufen. Wie hieß das - partner in leadership?
ZiehblankButzemann 05.01.2012
5. Nicht verwunderlich!
Wenn die USA dann auch mal wirklich sparen würden, ich kann´s jedenfalls noch nicht so richtig glauben. Die Amerikaner müssen ihre Wirtschaft ankurbeln, weiterhin sich gegen den Terrorismus wappnen, die sozialen Probleme lösen, das marode Gesundheitssystem auf bessere Beine stellen, ihre vielen Kriegsversehrten und Angehörige von Gefallenen versorgen und letztenendes auch noch ständig Scharmützel mit Iran, Syrien, Irak,Somalia, Afghanistan usw. austragen so daß der Wehretat gar nicht wirklich stark gekürzt werden kann. Wie soll da ein Schuldenabbau überhaupt funktionieren. Durch weginflationieren der Schulden, nämlich Gelddrucken ?
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