Genfer Atomtreffen Iran und USA vereinbaren neue Gespräche

Anzeichen von Tauwetter zwischen Iran und den USA: Bei den Genfer Gesprächen über das Atomprogramm kam es zur ersten offiziellen Begegnung von Diplomaten seit 30 Jahren. Bis Ende Oktober soll es eine neue Verhandlungsrunde geben.

Irans Unterhändler Said Dschalili: Annäherung bei Atomgesprächen
DPA

Irans Unterhändler Said Dschalili: Annäherung bei Atomgesprächen


Teheran/Genf - Iran und die USA haben sich bei den Atomgesprächen in Genf angenähert. Erstmals seit 30 Jahren kam es zu einer offiziellen diplomatischen Begegnung zwischen Vertretern Washingtons und Teherans. Der amerikanische Unterhändler William Burns und der iranische Delegationsleiter Said Dschalili trafen sich am Donnerstag in der Schweizer Stadt.

Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Nach der islamischen Revolution und der Gefangennahme von US-Geiseln 1979 hatten beide Seiten die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Diese erste offizielle Begegnung wurde als ein Zeichen dafür gewertet, dass sich womöglich auch bei den Beratungen um das umstrittene Atomprogramm Teherans etwas bewegen könnte. Die Beratungen waren nach einer kurzen Mittagspause am Nachmittag fortgesetzt worden.

Iran wird sich in den kommenden Wochen erneut mit den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland treffen. "Iran und die Fünf-plus-eins-Mächte haben vereinbart, bis Ende Oktober wieder Gespräche zu führen", meldete der Staatssender Press TV am Donnerstag ohne Angabe einer Quelle. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana bestätigte das später. Man habe sich darauf verständigt, Vorbereitungsgespräche für eine weitere Begegnung noch im Oktober zu führen, sagte Solana. Dazu gehörten auch Gespräche zwischen ihm und Dschalili.

Entsprechend äußerte sich denn auch Außenminister Manuchehr Mottaki. Teheran sei zu einer Fortsetzung der Genfer Gespräche auch auf höchster Ebene bereit. Sein Land habe die Bereitschaft bekundet, den Dialog mit den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland auch auf höherer Ebene fortzusetzen - "bis hin zur Ebene eines Gipfeltreffens", sagte Mottaki praktisch zeitgleich zu den Verhandlungen in Genf am Donnerstag in New York.

Er machte allerdings deutlich, dass Iran an der von ihm vergeschlagenen Themenliste festhalten wolle. "Wir handeln auf Basis einer klaren Tagesordnung", sagte er. Die iranische Seite habe die Atmosphäre der Gespräche als konstruktiv empfunden. Er wünsche sich, dass auch die andere Seite den gleichen Willen und die gleiche Entschiedenheit zeige wie Iran.

Der Auftakt der Atomgespräche mit Iran begann in einer "geschäftsmäßigen Atmosphäre", wie die Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Javier Solana sagte. Solana vertrat zunächst die Vertreter der fünf Vetomächte sowie Deutschlands und sprach direkt mit Dschalili. "Das Hauptziel ist es herauszufinden, ob wir in bedeutsame Gespräche, bedeutsame Verhandlungen mit der iranischen Delegation zu grundsätzlichen Themen wie das Atomprogramm eintreten können", sagte Solana-Sprecherin Christina Gallach.

Westliche Diplomaten berichteten in Genf jedoch, die iranische Delegation wolle nicht konkret über das Atomprogramm Teherans diskutieren. Vielmehr solle es um allgemeine Fragen wie die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen und Friedensfragen gehen. Nach einem Bericht des iranischen Nachrichtensenders Chabar soll Dschalili deutlich gemacht haben, dass nicht Iran und sein friedliches Atomprogramm eine Gefahr für die Region darstellten, sondern das Atomarsenal Israels.

als/Reuters/dpa/AP



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SaT 30.09.2009
1. Nicht bedrohlicher als andere
So bedrohlich wie das amerikanische, britische, französische, pakistanische, indische, israelische, nordkoreanische und russische Atomprogramm.
nahal, 30.09.2009
2.
Zitat von sysopIran will nicht über seine neue Atom-Anlage reden, die USA drängen auf Inspektionen und mögliche Sanktionen. Wie bedrohlich ist das iranische Atomprogramm?
Das iranische Atomprogramm ist sehr bedrohlich. In der Hauptsache ist es für das iranische Volk bedrohlich. Es ist nicht zu übersehen,dass die iranischen Machthaber die Warnungen der internationalen Gemeinschaft nicht ernst nehmen. Es wird zu weiteren Sanktionen kommen, die, leider,die Bevölkerung treffen werden. Sollten auch diese Sanktionen nicht fruchten, wird eine militärische Ausschaltung des iranischen Programms unausweichlich. Und das, unabhängig von dem Ausführenden.
ddorfer 30.09.2009
3.
Zitat von sysopIran will nicht über seine neue Atom-Anlage reden, die USA drängen auf Inspektionen und mögliche Sanktionen. Wie bedrohlich ist das iranische Atomprogramm?
Wie bedrohlich es ist kann ich nicht einschätzen. Jedenfalls deutet vieles darauf hin,dass es einen Militärschlag gegen den Iran geben wird(oder seine Atomanlagen),denn die plötzliche Abkehr Obamas vom Raketenschild kann eigentlich nur auf einen Kompromiss mit Moskau hinauslaufen,will heißen: kein Schild,dafür kein Veto Moskaus im Sicherheitsrat im Fall der Fälle.
Ludwig Schmidt 30.09.2009
4.
Zitat von sysopIran will nicht über seine neue Atom-Anlage reden, die USA drängen auf Inspektionen und mögliche Sanktionen. Wie bedrohlich ist das iranische Atomprogramm?
Das Atomprogramm ist aus geographischen Gründen für West-, Nord-, Ost- und Mitteleuropa ungefährlich. Bevor es ein Moment an Gefährlichkeit gewinnt, werden diese Anlagen und Systeme von Israel, Frankreich, UK und den USA militärisch beseitigt werden. Daran gibt es bei keinem Beteiligten, auch dem Iran selbst, Zweifel. Auch nicht daran, dass das funktionieren würde. Eine eventuelle Position der EU ist und bleibt uninteressant, weil UK und Frankreich sich dem Willen nicht beugen werden, liefe er konträr zu ihren Ansichten und es keine Möglichkeit gäbe, diese "einzufangen". Im Vorfeld werden die Russen versuchen zu schlichten und zu vermitteln, mit dem Ziel eines atomwaffenfreien Irans. Die Chinesen werden sich aus dem Streit gänzlich heraushalten und nur versuchen Gewinne dabei zu machen. Indien ist noch nicht soweit, um, auf welcher Seite auch immer, mitmachen zu können. Es ist und bleibt die Entscheidung des Irans: Frieden oder wie auch immer gearteter Angriff/ Krieg...über Begrifflichkeiten mögen sich andere streiten.
nahal, 30.09.2009
5.
"Saudi Arabia denied Wednesday a report in Britain's Sunday Express that said the Kingdom offered the Israel Air Force flight paths to attack Iranian nuclear facilities."
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