Genfer Atomtreffen Sechsergruppe einigt sich mit Iran auf Urananreicherung im Ausland

Einigung in Genf: Die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland haben sich bei den Atomgesprächen mit Iran darauf verständigt, Uran für das Land im Ausland anzureichern. Teheran beharrt allerdings auf seinem Recht zu Nuklearforschung.
EU-Außenbeauftragter Solana: Neue Gespräche mit Iran im Oktober

EU-Außenbeauftragter Solana: Neue Gespräche mit Iran im Oktober

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

Genf - Teheran kommt der Sechsgruppe entgegen: Bei den Atomgesprächen in Genf kam es zur Einigung darüber, Uran für Iran im Ausland anzureichern. Nach Angaben von EU-Chefdiplomat Javier Solana bekundeten die Gesprächspartner ihre grundsätzliche Zustimmung, dass "in Iran schwach angereichertes Uran für die weitere Anreicherung in andere Länder exportiert" werden soll. Der radioaktive Stoff soll demnach in einem Forschungsreaktor eingesetzt werden.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte bereits vor den Gesprächen vorgeschlagen, sein Land könne um 19,75 Prozent angereichertes Uran für medizinische Zwecke im Ausland einkaufen.

Nach Solanas Angaben wird Iran zudem "in den kommenden Wochen" Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Zugang zu der zweiten Atomanlage zur Urananreicherung nahe der Stadt Ghom ermöglichen. Außerdem habe man sich geeinigt, die Gespräche über das Atomprogramm des Landes zu intensivieren.

Die IAEA dürfte "in einigen Wochen" die zweite Atomfabrik des Landes besichtigen, sagte Solana. Dies sei nur ein Anfang. Weitere Schritte müssten folgen. Bis Ende Oktober werde es weitere Gespräche geben.

Iran beharrt aber auf seinem Recht zur Atomforschung. Die Islamische Republik werde zwar ihren Verpflichtungen gemäß des Atomwaffensperrvertrags nachkommen, sagte der iranische Unterhändler Said Dschalili. Gleichzeitig werde das Land aber auch auf seinem Recht zur Atomforschung beharren.

Die Vertreter Irans sowie der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands hatten sich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr getroffen. Der Westen verdächtigt Iran, mit seinem Atomprogramm nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

US-Außenministerin Hillary Clinton sprach von einem "produktiven Tag". Nun müsse abgewartet werden, ob und wenn ja wie schnell Iran antworte. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin forderte "sichtbare praktische Schritte". "Nur so kann Iran seinen Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft gerecht werden."

als/dpa/Reuters/AFP
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