Internationaler Gerichtshof Serbien und Kroatien vom Vorwurf des Völkermords freigesprochen

Die Richter am höchsten Uno-Gericht in Den Haag haben entschieden: Kroatien und Serbien sind vom Vorwurf des Völkermords während des Balkankriegs freigesprochen worden.

Internationaler Gerichtshof in Den Haag: Urteil 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg
DPA

Internationaler Gerichtshof in Den Haag: Urteil 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg


Den Haag - Serbien und Kroatien haben nicht gegen die Uno-Völkermordkonvention verstoßen. Zu diesem Urteil ist der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag, das oberste Gericht der Vereinten Nationen, gekommen.

Kroatien hatte Serbien wegen der sogenannten ethnischen Säuberungen von 1991 bis 1995 verklagt und Entschädigungszahlungen gefordert. Alle Versuche, den Konflikt außergerichtlich zu lösen, waren gescheitert. Am Dienstag verkündete Richter Peter Tomka: "Der kroatische Vorwurf muss vollumfassend zurückgewiesen werden."

Zwar hätten serbische Truppen Kroaten vertrieben, um einen homogenen serbischen Staat zu schaffen - das sei jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Völkermord an den Kroaten. Dieses Urteil sei mit 15 zu 2 Richterstimmen gefallen, teilte der IGH mit.

2010 hatte Serbien im Gegenzug Kroatien wegen des Todes und der Vertreibung von Tausenden Serben während der Neunzigerjahre verklagt. Der kroatischen Führung könne jedoch kein Vorsatz nachgewiesen werden, urteilten die Richter nun einstimmig in Den Haag.

Zudem stellte das Gericht fest: "Eine ethnische Säuberung ist nicht gleichbedeutend mit einem Völkermord." Es gehe bei einem Genozid nicht darum, eine Bevölkerungsgruppe zu vertreiben oder ihr zu schaden, sondern sie zu vernichten. Dies könne auch Kroatien nicht nachgewiesen werden.

Mit dem Urteil ging das fast 16 Jahre dauernde Völkermord-Verfahren vor dem Uno-Gerichtshof zu Ende. In einem ähnlichen Verfahren, das damals von Bosnien-Herzegowina angestrengt worden war, hatte der IGH Serbien ebenfalls freigesprochen.

syd/dpa



insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
flaffi 03.02.2015
1. Völlig unverständliche Entscheidung
Die Herren Richter sollten nochmal genau hinschauen, was da so ablief. Hätten die USA nicht eingegriffen, wäre von einigen Volksgruppen nicht mehr viel übrig geblieben.
an-i 03.02.2015
2.
...damit müssten die "Jugoslavien Krieg Befürworter" jetzt zur Rechenschaft gezogen werden...
feri-aus-berlin 03.02.2015
3. Riiiiiichtig
Das war alles nur Fotomontage und Spezialeffekte ... Bin ich der einzige, der das schwer falsch findet ? die dümmste spitzfindigkeit, die ich jemals gesehen habe.
UncleRuckus 03.02.2015
4. DenHaag macht sich lächerlich
Es ist doch allseits bekannt, dass Serbien drei versuchte Genozide in den 90ern zu verbuchen hat. Die Entscheidung DenHaags ist vermutlich eine politische Entscheidung, man will Serbien näher an die EU binden und man wollte sie nciht noch weiter anch Russland treiben. Da bleibt die Moral auf der Strecke. Ein großer Fehler!. So befriedet man den Balkan nie, doch das ist auch nicht das Ziel anscheinend.
hubertrudnick1 03.02.2015
5. Politische Entscheidungen
Es sind wieder einmal nur politische Entscheidungen, man möchte nicht erneut Öl ins Feuer gießen. Unabhängige Urteile sind so und so nur schwer durchzusetzen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.