Reaktionen zum Tod von George Bush "Zutiefst dankbar für jede Minute"

George H. W. Bush beendete den Kalten Krieg, half, Deutschland wiederzuvereinigen und fand auf seinem Weg viele Bewunderer und Freunde. Die emotionalen Reaktionen auf den Tod des 94-Jährigen.

Bush sen., Clinton
AP/Evan F. Sisley/Office of George Bush

Bush sen., Clinton


Er steuerte die USA durch das Ende des Kalten Krieges und gründete eine politische Dynastie: Der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Das gab seine Familie am Freitag bekannt.

Bush sei ein "echter Partner" gewesen, erklärte der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Er habe mit ihm in einer "dramatischen Zeit" zusammengearbeitet. "Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs", sagte der 87-Jährige. Er und seine Frau Raissa hätten immer die wohlwollende Freundlichkeit der Familie von George und Barbara Bush genossen.

Bush und Gorbatschow setzten in den Achtzigerjahren die unter Ronald Reagan begonnene Abrüstung fort. Sie ermöglichten nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 auch die deutsche Wiedervereinigung.

Der frühere US-Präsident George W. Bush erklärte, George H. W. Bush sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben.

Bill Clinton bezeichnete die Freundschaft zu seinem Amtsvorgänger als eines der größten Geschenke seines Lebens. Er sei "zutiefst dankbar für jede Minute", die er mit Präsident Bush verbracht habe. Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, von dem ihm eigenen und aufrichtigen Anstand und dessen Zuneigung zu seiner Ehefrau Barbara.

"Amerika hat mit George Herbert Walker Bush einen Patrioten und bescheidenen Diener verloren", sagten Barack und Michelle Obama. "Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, "auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen". Nach 73-jähriger Ehe seien George und Barbara Bush nun wieder vereint. Barbara Bush war im April im Alter von 92 Jahren gestorben.

Jimmy Carter sprach der Familie Bush auch im Namen seiner Ehefrau Beileid aus. "Rosalynn und ich sind zutiefst traurig über den Tod des früheren Präsidenten George H. W. Bush", hieß es in einer Mitteilung. "Seine Regierung war gekennzeichnet durch Anstand, Höflichkeit und gesellschaftliche Verantwortung."

Donald Trump lobte in einer ersten Reaktion die "unerschütterliche Führung" des Verstorbenen. Mit seiner "grundlegenden Glaubwürdigkeit, seinem entwaffnenden Witz und seinem unerschütterlichen Einsatz für Glauben, Familie und sein Land" habe Bush "Generationen von Amerikanern" inspiriert.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den Verstorbenen als einen "wahren Freund" Deutschlands. In einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Donald Trump betonte Steinmeier, Bush habe einen der großen Umbrüche der Weltpolitik entscheidend geprägt. "Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen." Deutschland werde Bush ein ehrendes Andenken bewahren.

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George H.W. Bush: US-Präsident in turbulenten Zeiten

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, Deutschland sei Bush für immer zu Dank verpflichtet. "Auch er ist Architekt der deutschen Einheit. Ohne Vorbehalte unterstützte er sie von Beginn. Das werden wir nie vergessen."

"Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges", hieß es in der Mitteilung weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

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US-Präsident: George H.W. Bush - sein Leben in Bildern

Der französische Präsident Emmanuel Macron würdigte George H. W. Bush als "großen Anführer". Er habe die Allianz mit Europa immer unterstützt, schrieb Macron auf Twitter. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahestanden." Im Namen der Franzosen sprach er den Amerikanern sein Beileid aus.

Die britische Premierministerin Theresa May und Ex-Premierminister Tony Blair würdigten den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush als Freund ihres Landes und als Friedensstifter.

"Präsident Bush war ein echter Freund Großbritanniens und das zuverlässige Gegenüber und der Vertraute zweier Premierminister. Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werden sehr vermisst werden", schrieb May per Kurznachrichtendienst Twitter.

"Präsident Bush war ein außergewöhnlicher Staatsdiener, ein Mann der sich seinem Land verschrieben hatte, den höchsten Werten, für die es steht und dafür, die Welt besser zu machen, stabiler und friedlicher", teilte Blair mit. Bush sei ein "großartiger Freund und Verbündeter gewesen" und habe "riesigen Einfluss auf die Entwicklung Europas nach dem Fall der Berliner Mauer" gehabt.

irb/AFP/dpa



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