George W. Bush "Saddam Hussein glaubte mir nicht"

Saddam Hussein ging im Jahr 2003 offenbar nicht davon aus, dass George W. Bush tatsächlich den Irak angreifen würde. Dies verriet der Ex-US-Präsident nun im einem Interview. "Es fällt mir schwer zu glauben, dass er mir nicht glaubte", sagte Bush.

George W. Bush (Archiv): Worte angezweifelt
REUTERS

George W. Bush (Archiv): Worte angezweifelt


Washington - Im Jahr 2003 drohte George W. Bush damit, den Irak anzugreifen und setzte seine Pläne schließlich auch um. Der damalige Diktator des Landes, Saddam Hussein, ging offenbar nicht davon aus, dass der ehemalige US-Präsident seine Worte wahr machen würde. In einem CBS-Interview sagte Bush, er sei überrascht gewesen sei, als er erfahren habe, dass ihm Saddam Hussein die Drohung nicht abgenommen hätte.

Bush hatte erwartet, dass Saddam Hussein das Land verlassen würde, als er 2003 mit einer Militäraktion drohte. Der Diktator habe nach seiner Gefangennahme einem Beamten der US-Bundespolizei FBI gesagt: "Ich habe Bush einfach nicht geglaubt."

Der Ex-Präsident stellte das in dem Interview mit dem Fernsehsender als unverständlich dar: "Es fällt mir schwer zu glauben, dass er mir nicht glaubte."

Saddam Hussein war im Frühjahr 2003 von den USA und Verbündeten in einen Krieg gestürzt worden. Die USA hatten den Krieg mit einer Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Dies stellte sich nachträglich allerdings als falsch heraus. Hussein wurde im Dezember 2006 hingerichtet.

Bush bekräftigte, dass er den Einmarsch in den Irak nicht bedauere. "Nein, ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Was ich bedauere, ist, dass wieder eine gewalttätige Gruppe von Leuten aufgestiegen ist. Das ist al-Qaida Plus", sagte Bush mit Blick auf den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Der IS müsse besiegt werden. "Und ich hoffe, wir schaffen es. Ich hoffe, dass die Strategie funktioniert."

kha/dpa

insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
marthaimschnee 09.11.2014
1.
Wie sich heute zeigt, lag Saddam gar nicht so falsch, nur hat er nicht damit gerechnet, daß auf der anderen Seite eben ein kompletter Vollidiot steht, der das wirklich durchzieht. Wobei ich stark bezweifle, daß George Doppel-U dies alleine entschieden hat. So wie die Machtstrukturen in den USA aussehen, war er an der Entscheidung vermutlich nichtmal beteiligt! Aber als republikanischer Präsident braucht er sich auch keine große Mühe zu machen, schließlich liegt die Politik aus dem Hintergrund voll auf deren Linie.
Kaworu 09.11.2014
2.
---Zitat--- "Und ich hoffe, wir schaffen es. Ich hoffe, dass die Strategie funktioniert." ---Zitatende--- Strategie? Welche Strategie?
deutscherdussel 09.11.2014
3. Dieser
Kriegstreiber hat den ganzen Schlamassel ins Rollen gebracht.
Hansjuerg 09.11.2014
4. Aber
Also ich hätte das dem George doppelt weh Bush sofort geglaubt. Drohungen von Irren muss man immer sehr ernst nehmen.
ofelas 09.11.2014
5. Nein
"Die USA hatten den Krieg mit einer Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Dies stellte sich nachträglich allerdings als falsch heraus" Eine Vernietlichung die eine bewusste Taeuschung verharmlost, die USA, GB und andere haben bewusst gelogen! ISIS ist auch eine Folge des Iraks, genauso wie der Einmarsch der Sowiets in Afghanistan die Taleban und Al Qaida verursacht haben. Vielleicht sollten die USA und der Russland (nachfolger der Sovietunion) mal aufhoeren ueberall Mist zu bauen
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.