Krise Russland verhängt Landeverbot für georgische Flugzeuge

Als "russlandfeindliche Provokation" verurteilte der Kreml die Demonstrationen in Georgien und verbot Flugzeugen aus dem eigenen Land in Georgien zu landen. Nun wird das Verbot ausgeweitet.

Russlands Präsident Wladimir Putin
DPA / Alexei Nikolsky

Russlands Präsident Wladimir Putin


Im Streit mit Georgien lässt Russland ab Juli keine georgischen Flugzeuge mehr ins Land. Georgische Fluggesellschaften dürften russisches Territorium ab dem 8. Juli nicht mehr anfliegen, teilte das russische Verkehrsministerium mit. Diese Maßnahme sei notwendig, um "ein ausreichendes Maß an Luftverkehrssicherheit zu gewährleisten". Hintergrund seien zudem offene Schulden georgischer Unternehmen.

Russland reagierte mit den Flugverboten auf Demonstrationen in Georgien gegen den Auftritt eines russischen Abgeordneten im Parlament am vergangenen Donnerstag. Der Kreml hatte die Massenproteste als "russlandfeindliche Provokation" verurteilt.

Russland hat in der Vergangenheit bereits mehrfach die Flugverbindungen nach Georgien vorübergehend ausgesetzt, unter anderem im August 2008. Hintergrund war damals ein Konflikt um die abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien.

Keine Pauschalreisen mehr nach Georgien

Erst am Freitag hatte Russlands Präsident Wladimir Putin ein Dekret unterzeichnet, das es russischen Airlines ab 8. Juli untersagt, von Russland aus Verbindungen nach Georgien anzubieten. Das Verbot sei nötig, um "die nationale Sicherheit Russlands zu gewährleisten und russische Staatsbürger vor kriminellen und anderen unrechtmäßigen Aktivitäten zu schützen", teilte der Kreml mit.

Die russischen Behörden empfahlen Reiseunternehmen, keine Pauschalreisen mehr nach Georgien zu verkaufen. Zudem rieten sie russischen Urlaubern in Georgien, in ihre Heimat zurückzukehren. Es wurde erwartet, dass die russischen Maßnahmen mitten in der Urlaubszeit die Tourismusbranche in beiden Ländern hart trifft.

tin/AFP



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