Georgischer Milliardär Keine radioaktiven Spuren bei totem Präsidentengegner

Entwarnung in England: Britische Fahnder haben nach dem Tod des georgischen Oppositionspolitikers Patarkatsischwili eine radioaktive Vergiftung so gut wie ausgeschlossen. Nun soll die Leiche obduziert und auf verschiedene Gifte getestet werden.


London/Leatherhead - Die britische Polizei hat nach dem Tod eines georgischen Oppositionspolitikers und Milliardärs Badri Patarkatsischwili in der Nähe von London keine radiokativen Spuren gefunden. "Nach ersten Ermittlungen des dortigen Kommissars gibt es keine Hinweise auf radikoaktives Material", sagte eine Polizeisprecherin.

Oppositioneller Patarkazischwili: Kein radikoaktives Material beim Leichnam gefunden
REUTERS

Oppositioneller Patarkazischwili: Kein radikoaktives Material beim Leichnam gefunden

Patarkatsischwili, der bei den Präsidentschaftswahlen in Georgien im Januar kandidiert hatte, war am Dienstagabend auf seinem Anwesen in Leatherhead bei London gestorben.

Sein Leichnam wurde nun zur Obduktion in ein Krankenhaus gebracht. Die mehrstündige Prozedur, bei der auch spezielle Gifttests vorgenommen würden, sollte noch in der Nacht erfolgen. Ein Sprecher der Polizei in der Grafschaft Surrey, wo Patarkatsischwili lebte, sagte, derzeit werde detailliert überprüft, was der Georgier in den letzten 48 Stunden unternommen habe.

Patarkatsischwilis Tod war von der Polizei als "verdächtig" eingestuft worden. Dies ist jedoch ein normales Vorgehen in einem ungeklärten Todesfall. Ein Vertrauter Patarkatsischwili nannte Herzprobleme als Todesursache.

Der plötzliche Tod des 52-Jährigen hatte Erinnerungen an den Kreml-Kritiker Alexander Litvinenko wachgerufen, der im November 2006 in London mit radioaktivem Material vergiftet worden war. In dem Fall fiel der Verdacht schnell auf einen russischen Ex-Agenten. Die Ablehnung eines Auslieferungsantrags der britischen Regierung durch Moskau führte zu einer drastischen Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Bei der Präsidentenwahl in Georgien Anfang Januar hatte Patarkatsischwili knapp sieben Prozent der Stimmen erhalten und war damit Amtsinhaber Michail Saakaschwili klar unterlegen. Er war Mitinhaber des größten regierungskritischen Fernsehsenders Georgiens, Imedi TV, und war vom Ausland aus zur Wahl angetreten.

tno/AFP/dpa



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