Russischer Minister Gerhard Schröder ist für Rosneft "bedeutsam"

Gerhard Schröder wird Aufsichtsrat bei Rosneft. Ein Problem? Im Gegenteil, findet der russische Energieminister Nowak: Vom neuen Job des Ex-Kanzlers könne auch Deutschland profitieren, sagte er in einem Interview.

Russlands Energieminister Alexander Nowak (Archiv)
DPA

Russlands Energieminister Alexander Nowak (Archiv)


Die russische Regierung freut sich über das geplante Engagement von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Ölkonzern Rosneft. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte der "Welt": "Meines Erachtens ist Schröders Kandidatur ein sehr bedeutsames Ereignis und für den Markt positiv." Auch Deutschland werde davon profitieren, denn das Unternehmen würde dadurch offener.

Schröder trete "für eine konsequente Wiederherstellung und Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und Europa beziehungsweise Russland und Deutschland", wird Nowak in dem Bericht zitiert. "Das ist doch ein positives Faktum."

Dass Schröder bei Rosneft Chart zeigen Aufsichtsrat werden soll, ist seit Längerem bekannt - und hatte heftige Kritik in Deutschland wie Russland hervorgerufen. Im Bundestagswahlkampf prangerten auch die CDU sowie Linke und Grüne das geplante Engagement an. Die Europäische Union hat den Staatskonzern Rosneft wegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt 2014 mit Sanktionen belegt. Die Mehrheit der Deutschen hält Schröders Aktionen dennoch für unproblematisch.

Rosneft-Chef Igor Sechin mit Gerhard Schröder
AP

Rosneft-Chef Igor Sechin mit Gerhard Schröder

Die genaue Aufgabe des Altkanzlers im Aufsichtsrat ist noch unklar. Nowak lobte laut Bericht aber Schröders "große Erfahrung und sein fachliches Know-how". Zuletzt verdichteten sich laut einem russischen Agenturbericht die Anzeichen, dass Schröder den Vorsitz übernehmen soll. Die Entscheidung darüber soll am Freitag fallen.

apr/dpa



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