Verstorbener französischer Ex-Staatschef Schröder nicht zur Trauerfeier für Chirac eingeladen

Altkanzler Schröder hätte gern an der Trauerfeier für den französischen Ex-Präsidenten Chirac teilgenommen. Doch seine Bitte um Einladung wurde abgelehnt. Dahinter steckt möglicherweise ein Missverständnis.

Chirac und Schröder: Der Altkanzler und der nun verstorbene frühere Präsident Frankreichs gemeinsam in Paris
Oliver Berg/ DPA

Chirac und Schröder: Der Altkanzler und der nun verstorbene frühere Präsident Frankreichs gemeinsam in Paris


Frankreich ehrt seinen verstorbenen früheren Präsidenten Jacques Chirac mit einem nationalen Trauertag. Beim Trauergottesdienst in der Pariser Kirche Saint-Sulpice werden internationale Staatsgäste erwartet. Auch Altkanzler Schröder (SPD) hätte daran gern teilgenommen. Trotz seiner Bitte ist er jedoch nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen worden.

Der frühere Kanzler habe über die deutsche Botschaft in Paris um eine Einladung gebeten, um Chirac die letzte Ehre zu erweisen, teile Schröders Büro mit. Die Protokollabteilung des Elysée-Palastes habe diese Bitte jedoch abgelehnt.Chirac war am Donnerstag im Alter von 86 Jahren gestorben.

Steinmeier und Putin werden erwartet

Erwartet werden zu dem Trauergottesdienst unter anderem der heutige Staatspräsident Emmanuel Macron sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Russlands Staatschef Wladimir Putin. Nach Angaben von Schröders Büro nannte der Elysée-Palast in der Kommunikation mit der deutschen Botschaft den begrenzten Platz in der Kirche als Grund dafür, dass die Teilnehmerzahl stark eingeschränkt werden müsse.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet jedoch unter Berufung auf Élyséekreise, dass auch Schröder zu den Feierlichkeiten erwartet werde. Zu der Zeremonie sei jedoch keine formelle Einladung verschickt worden. Man habe die ausländischen Kontakte gebeten mitzuteilen, wer kommen möchte. In der Kirche sei am Montagmorgen auch ein Platz für Schröder reserviert gewesen. Es handle sich möglicherweise um ein Missverständnis.

Chirac war von 1995 bis 2007 französischer Präsident; Schröder von 1998 bis 2005 deutscher Bundeskanzler. Die Politiker arbeiteten in verschiedenen Fragen eng zusammen; unter anderem lehnten sie im Jahr 2003 eine Beteiligung am US-geführten Kriegseinsatz im Irak ab. Für den Sozialdemokraten war der französische Ex-Präsident ein großer Europäer. Schröder bezeichnete Chirac nach dessen Tod als "Freund", den er "persönlich sehr geschätzt" habe.

asc/dpa/AFP



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