Bombenanschlag von Burgos Gericht verurteilt Eta-Terroristen zu 3860 Jahren Haft

Es ist die bisher höchste Strafe für Eta-Terroristen in Spanien: Ein Gericht in Spanien hat drei Mitglieder der baskischen Separatistengruppen zu jeweils 3860 Jahren Haft verurteilt. Sie hatten 2009 eine Autobombe vor einer Kaserne in Burgos gezündet.
Tatort in Burgos: Versuchter Mord in 160 Fällen

Tatort in Burgos: Versuchter Mord in 160 Fällen

Foto: FELIX ORDONEZ/ REUTERS

Madrid - Im Jahr 5873 könnten die drei Verurteilten wieder freikommen - jedenfalls auf dem Papier. Ein Gericht in Madrid hat die Eta-Terroristen am Mittwoch wegen eines Bombenanschlags auf eine Polizeikaserne zu jeweils 3860 Jahren Gefängnis verurteilt. Es ist die höchste Strafe, die jemals wegen eines Eta-Anschlags verhängt wurde. Nach spanischem Recht müssen sie davon aber höchstens 40 Jahre verbüßen.

Die Terroristen - zwei Männer und eine Frau - hatten am 29. Juli 2009 neben einer Polizeikaserne im nordspanischen Burgos eine Bombe mit 700 Kilogramm Sprengstoff gezündet, die in einem Lieferwagen versteckt war. Bei der Detonation wurden 160 Menschen verletzt, darunter zahlreiche Kinder. Das Gericht wertete den Anschlag als 160-fachen Mordversuch. Die Haftstrafe wurde deshalb um ein Vielfaches erhöht.

Das Kasernengebäude der Guardia Civil war durch die Wucht der Detonation zerstört worden. Mehrere Häuser in der Umgebung wurden stark beschädigt.

Das Gericht in Spanien erkannte es als erwiesen an, dass die drei Angeklagten zunächst die Umgebung der Kaserne ausspioniert hatten. Anschließend seien sie nach Frankreich gefahren, wo ihnen ein Eta-Kommando den mit Sprengstoff beladenen Lastwagen übergeben habe.

Im Oktober 2011 hatte die Eta einen Gewaltverzicht erklärt und seither keine Anschläge mehr verübt.

syd/dpa
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