Gerichtsurteil in Italien Deutschland soll Hinterbliebene von NS-Opfern entschädigen

Der italienische Kassationsgerichtshof hat das Urteil bestätigt: Deutschland muss für Wehrmachtsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in Italien Entschädigung an die Hinterbliebenen der Opfer zahlen - die Bundesregierung hat in dem Fall den Internationalen Gerichtshof angerufen.


Rom - Für die Familien von neun Opfern aus dem toskanischen Dorf Arezzo ist es ein juristischer Erfolg: Der italienische Kassationsgerichtshof hat das Urteil eines italienischen Militärgerichts bestätigt, wonach den Hinterbliebenen das Recht auf Entschädigungen für Wehrmachtsverbrechen im Zweiten Weltkrieg zusteht.

Im September 2007 hatten die Hinterbliebenen Recht erhalten und eine Summe von 800.000 Euro zugesprochen bekommen. In dem Dorf hatten die Nazis am 29. Juni 1944 mehr als 200 Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet.

Die Bundesregierung hatte im Dezember wegen des Falls den Internationalen Gerichtshof in Den Haag angerufen. Nach Angaben des Gerichts will Berlin durchsetzen, dass Italien Gerichtsentscheidungen außer Kraft setzt, die gegen Deutschlands Staatenimmunität verstießen. Nach Auffassung der italienischen Justiz genießt der deutsche Staat in den Verfahren jedoch keine Immunität, weil es sich bei den Massakern um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelte.

hen/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.