Gesprächsofferte Nordkorea bietet USA Militärverhandlungen an

Seit Jahrzehnten befinden sich Nord- und Südkorea im Kriegszustand, nun will Pjöngjang offenbar mit den USA über Frieden auf der Halbinsel sprechen. Das Regime schlägt Washington gemeinsame Militärverhandlungen mit der Uno vor - und droht zugleich mit einer Fortsetzung seines Atomprogramms.


Seoul/Tokio - Bei den Verhandlungen solle es um Sicherheits- und Friedensfragen auf der koreanischen Halbinsel gehen, hieß es heute in einer Meldung der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Der Vorschlag der Regierung in Pjöngjang sehe ein Treffen von Militärvertretern beider Seiten vor, an dem auch ein Repräsentant der Vereinten Nationen teilnehmen solle. Zeit und Ort der Verhandlungen müssten für beide Seiten akzeptabel sein.

Nord- und Südkorea befinden sich seit Jahrzehnten offiziell im Kriegszustand, weil der Korea-Krieg (1950-53) nicht mit einem Friedensvertrag, sondern nur mit einem Waffenstillstand beendet wurde.

Laut KCNA wurde der Gesprächsvorschlag von der nordkoreanischen Militärvertretung im Grenzort Panmunjom herausgegeben. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist seit dem Koreakrieg schwer abgesichert und so gut wie unpassierbar. Allerdings konnten im Mai erstmals seit dem Krieg zwei Züge die Grenze überqueren. Die Einigung über eine probeweise Wiederaufnahme der Bahnverbindung zwischen beiden Ländern war bei mehrtägigen Militärgesprächen erzielt worden.

Das nordkoreanische Militär mahnte die USA, die Chance zum Gespräch nicht zu verpassen, und erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung. Nordkorea müsse der "Erpressung" Washingtons standhalten, hieß es. Das Land werde seine Bemühungen um Selbstverteidigung gegen einen "US-Atomangriff" oder "Präventivschlag" verstärken, wenn die US-Regierung das Land weiter "unter Druck" setze. Wenn die USA ihren Druck auf Nordkorea weiter aufrechterhielten, dann ließen sich die jüngsten Vereinbarungen im atomaren Bereich nur schwer durchsetzen.

Derzeit laufen die Bemühungen um einen Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms auf Hochtouren. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) soll die Abschaltung der Atomanlage Yongbyon überwachen. Das Abschalten der Anlage, das nach Angaben der IAEA Anfang kommender Woche beginnen soll, war am 13. Februar bei Sechs-Nationen-Gesprächen vereinbart worden. Nordkorea soll dafür Öl und Lebensmittel geliefert bekommen.

phw/Reuters/AFP



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