Entwurf zur Gesundheitsreform Weitere 22 Millionen US-Amerikaner wären unversichert

Der Gesetzentwurf der Republikaner zur Obamacare-Abschaffung ist umstritten. Nun hat eine unabhängige Schätzung ergeben, dass 22 Millionen Menschen ihre Krankenversicherung verlieren würden.

Protest gegen geplante Gesundheitsreform
DPA

Protest gegen geplante Gesundheitsreform


Die Republikaner im US-Senat hatten am Dienstag einen neuen Gesetzentwurf zur Abschaffung von Barack Obamas Gesundheitsreform (Obamacare) vorgelegt. Bei Umsetzung würde das einer unabhängigen Schätzung zufolge bis zum Jahr 2026 insgesamt 22 Millionen Amerikanern die Krankenversicherung kosten. Allein im kommenden Jahr stünden den Angaben zufolge 15 Millionen mehr Menschen in den USA ohne Versicherung da. Das teilte das unabhängige Congressional Budget Office (CBO) mit.

Das Gesetz des Senats wird von vielen Seiten, darunter auch Mediziner- und Patientenvereinigungen, vor allem für Arme und Ältere als ungerecht und grausam bezeichnet. Betroffen von den Änderungen wären auch viele Menschen in der Kernwählerschaft von US-Präsident Donald Trump, der die Obamacare-Abschaffung zu einem seiner zentralen Wahlversprechen gemacht hat.

Die Republikaner unter Senator Mitch McConnell ringen darum, eine Mehrheit hinter dem umstrittenen Entwurf zu versammeln. Über das Gesetz soll eigentlich noch in dieser Woche vor der Sommerpause abgestimmt werden, es ist aber wegen massiven Widerstands von Rechtskonservativen wie Moderaten in der Partei ungewiss, ob es verabschiedet wird. Die Republikaner können sich nur zwei Gegenstimmen leisten, es wären derzeit aber deutlich mehr.

Das Gesetz würde das staatliche Defizit in einem Zeitraum von zehn Jahren um 321 Milliarden US-Dollar senken, schätzt das CBO.

Zudem werden 2018 in den USA ein Drittel der Senatoren und das gesamte Abgeordnetenhaus neu gewählt. Die CBO-Schätzung wird den Widerstand gegen die Gesetzgebung vermutlich weiter befeuern.

max/dpa

insgesamt 57 Beiträge
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Filsbachlerche 27.06.2017
1. Wenn man nur die Auswirkungen der Reform auf die Trumpwähler
beschränken könnte. Das wäre ein politisches Lehrstück ersten Ranges. Ist leider in einem Rechtsstaat nicht möglich. Aber sind die USA nocht ein Rechtsstaat?
karl-der-gaul 27.06.2017
2.
Was nicht berichtet wird sind von den angeblichen 22 Millionen die Überzahl junge die nicht die Versicherungen zahlen wollen und lieber unversichert bleiben. Unter Obama's alten plan müssten sie Versicherungen beitreten oder Strafe zahlen. Republikaner meinen das Volk hat die Freiheit es selbst zu bestimmen
gandhiforever 27.06.2017
3. Die Asozialen wissen
Die Asozialen wissen, dass ihre "Gesundheitsreform' auf wenig Gegenliebe stoesst. Deshalb wollen sie die Gesetzesvorlage im Eilzugstempo durchpeitschen, damit die Gelackmeierten nicht merken, was hier wirklich gespielt wird. Doch abgesehen mal davon, dass es sich um eine Ramschvorlage handelt - derGrossteil der Versicherten wird fuer eine Versicherung zahlen, die ihn nicht schuetzt, so gross sind die Beitraege, Out-Of-Pocket-Zahlungen und co-payments. Ausserdem wird die "Versicherung" in vielen Faellen nicht greifen, mit anderen worten, es handelt sich um eine Ramschversicherung. Die Einzigen, die von dieser "Versicherung" profitieren, sind die Versicherungen, die in Dankbarkeit der GOP einen Obulus entrichten werden. Im Gegensatz zur ACA, bei der auch etliche von Republikanern eingebrachten Forderungen eingebaut sind (was sie nicht besser gemacht hat), war an diesem Gesetzeswerk kein Demokrat beteiligt. Dennoch beklagt der grosse VerFuehrer, dass es keine Unterstuetzung von demokratischer Seite fuer diese Ungesundheitspolitik gibt. Und das ist auch gut so. Kein Demokrat muss sich dann vorwerfen, an diesem ueblen Werk mitgewirkt zu haben. Das vorliegende Gesetzesunwerk findet auch bei einigen Republikanern im Senat keine Unterstuetzung. Einigen (z.B. Rand Paul, ein Arzt!) gehen die Einschnitte nicht weit genug, andere sehen die Auswirkungen und scheuen davor zurueck. Wenn drei GOP-Senatoren das Gesetz ablehnen (von den Demokraten wird keiner dafuer stimmen), ist es gestorben. Und das ist sehr wohl denkbar.
tailspin 27.06.2017
4. Anderweitige Verwendung
Was immer die USA an der Versicherung sparen, wird umgehend in ueberfluessige Kriege und Konflikte investiert. Wie dieser Angriff hier zwischen Hauptgang und Schokoladenkuchen: http://www.zerohedge.com/news/2017-06-26/us-military-officials-there-was-no-chemical-weapons-attack-syria-…-trump-bombed-syri
caspiat 27.06.2017
5. Gekaufte mainstream Medien!
Es hiess die ganze Zeit, dass 24 Millionen Amerikaner die Gesundheitsversicherung verlieren. Und nun stellt sich heraus, dass es nur 22 Millionen sein werden! Die mainstream Medien lügen die ganze Zeit über Trump. um ihn so schlecht wie möglich darzustellen. Das ist er keineswegs! Er ist nur so schlecht, wie es geht!
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