Getötete Kinder in Gaza Israelische Soldaten bleiben straffrei

Während des letzten Gaza-Kriegs tötete die israelische Armee vier Kinder, die am Strand Fußball spielten. Der Angriff sorgte weltweit für Entsetzen. Jetzt hat der Militärstaatsanwalt den Fall für erledigt erklärt.
Familienangehörige tragen die toten Kinder durch die Stadt: Die Soldaten bleiben frei von Strafe

Familienangehörige tragen die toten Kinder durch die Stadt: Die Soldaten bleiben frei von Strafe

Foto: © Mohammed Salem / Reuters/ REUTERS

Als die israelische Armee während des letzten Gaza-Krieges einen Küstenstreifen bombardierte, starben auch palästinensische Kinder. Den Soldaten drohen dafür jedoch keine Konsequenzen: Der israelische Generalmilitärstaatsanwalt Danny Efroni hat den Fall jetzt nach einer strafrechtlichen Untersuchung für abgeschlossen erklärt.

Israel und militante Palästinenser hatten im Sommer 2014 einen 50-tägigen Gaza-Krieg geführt. Im Juli hatte die israelische Armee einen Küstenstreifen bombardiert, während Kinder am Strand Fußball spielten. Vier Jungen wurden dabei getötet, weitere Kinder verletzt. Der Angriff sorgte weltweit für Entsetzen.

Die Untersuchung habe ergeben, dass die Kinder auf einem Gebiet gespielt hätten, das den Marinekräften der radikal-islamischen Hamas gehörte, hieß es in einer Erklärung von Armeesprecher Peter Lerner. Es sei durch einen Zaun vom restlichen Strand abgetrennt gewesen. Kurz vor dem Vorfall habe es Hinweise gegeben, dass sich Hamas-Kämpfer auf dem Gelände treffen sollten, schrieb Lerner. Die Luftaufklärung habe die Personen nicht als Kinder identifiziert, sondern für Hamas-Kämpfer gehalten. Der Angriff habe keinem Zivilisten schaden sollen.

Efroni ordnete noch in weiteren Fällen eine strafrechtliche Untersuchung an: Bei einem Angriff auf ein Café an der südlichen Gaza-Küste waren neun Palästinenser ums Leben gekommen. Wegen Plünderungen während eines anderen Vorfalls sei Anklage erhoben worden.

Insgesamt 190 Beschwerden waren dem Generalmilitärstaatsanwalt vorgelegt worden, unter anderem wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen.

Bei den Kampfhandlungen wurden mehr als 2200 Palästinenser getötet oder starben später an ihren Verletzungen. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen. Sowohl Israel als auch der Hamas werden in dem Konflikt von Menschenrechtsorganisationen Kriegsverbrechen vorgeworfen.

kry/dpa
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