Getöteter Deutscher Mali fliegt Touristen aus Timbuktu aus

Es gibt keinen Zweifel mehr: Der in Mali getötete Reisende stammt aus Deutschland. Laut Auswärtigem Amt ist die deutsche Botschaft eingeschaltet. Der Mann hatte sich in Timbuktu offenbar gegen eine Entführung gewehrt und war erschossen worden. Touristen sollen die Stadt verlassen. 

Zentrum von Timbuktu: Gefährliches Terrain für Ausländer
REUTERS

Zentrum von Timbuktu: Gefährliches Terrain für Ausländer


Timbuktu - Bei dem im westafrikanischen Mali von Entführern getöteten Mann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Deutschen. Das bestätigte am Samstag ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA). "Die deutsche Botschaft in Mali ist eingeschaltet und hat die konsularische Betreuung des Falls übernommen."

Verschiedene Nachrichtenagenturen hatten am Freitag unter Berufung auf Augenzeugen und Regierungskreise berichtet, in der malischen Stadt Timbuktu hätten bewaffnete Männer gegen Mittag ein Restaurant in der Stadtmitte gestürmt und Ausländer bedroht. Angeblich habe sich der Deutsche gegen die Verschleppung gewehrt. Da er nicht in den Wagen der Bewaffneten einsteigen wollte, sei er erschossen worden.

Unter den drei Entführten sind offenbar keine weiteren Deutschen. Zumindest hat das Ministerium keine entsprechenden Informationen erhalten. Bei den Geiseln handelt es sich nach Angaben der Regionalverwaltung von Timbuktu um einen Schweden, einen Niederländer und einen Touristen mit britisch-südafrikanischer Staatsbürgerschaft.

Angaben über die Identität des Deutschen konnte das AA bislang nicht machen. Aus Sicherheitskreisen heißt es jedoch, dass es sich bei dem Getöteten um einen 58 Jahre alten Touristen handelt, der mit seiner Frau in Mali unterwegs war. Sie war zum Zeitpunkt der Tat im Hotel.

Bisher hat sich niemand zu den Entführungen bekannt. Der Landstrich im Norden Malis gilt als Operationsgebiet des afrikanischen Ablegers der Terrororganisation al-Qaida. Möglich scheint deswegen, dass Terroristen hinter den Verschleppungen und dem Tod des Deutschen stecken. Bereits im Jahr 2009 war eine deutsche Touristin in Mali entführt worden, sie kam nach Monaten in Geiselhaft frei. Gerüchten zufolge hatte die malische Regierung damals mehrere Terrorverdächtige aus dem Gefängnis entlassen und so die Freilassung der Deutschen ermöglicht.

Touristen werden ausgeflogen

Am Samstag wurden ausländische Touristen aus Timbuktu ausgeflogen. Eine erste Gruppe von rund einem dutzend Menschen wurde in einem von der malischen Regierung gecharterten Flugzeug in die südmalische Stadt Mopti geflogen, wie aus Flughafenkreisen verlautete. Später sollte eine zweite Maschine rund ein Dutzend weitere Touristen in die Hauptstadt Bamako fliegen.

Das Auswärtige Amt warnt bereits seit geraumer Zeit ausdrücklich vor Reisen in die Verwaltungsregion Timbuktu, in der die gleichnamige historische Touristenstadt liegt, und weitere Regionen Malis. Es sei jederzeit mit Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen, gerade auch Deutsche seien in Gefahr, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums.

ler/dpa/AFP

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joshek 26.11.2011
1. reisen
bin in die 80er war diese weltgegend ein tolles reiseziel - aber nicht mehr dieser tage. durch den fall des eisernen vorhangs gibt es so viele neue ziele - nur irre fahren noch nach nordafrika!
gis 26.11.2011
2. Mali war toll
Zitat von joshekbin in die 80er war diese weltgegend ein tolles reiseziel - aber nicht mehr dieser tage. durch den fall des eisernen vorhangs gibt es so viele neue ziele - nur irre fahren noch nach nordafrika!
Mali ist sicher nicht Nordafrika. Ich war 98 in Mopti, Djenne, Bamako und bei den Dogon. Mali ist arm aber ein unglaublich faszinierendes Land. Ich gehe nur dorthin, wo ich mich verständigen kann. Das ist in Mali der Fall, hinter dem eisernen Vorhang leider nicht.
bokrause 26.11.2011
3. Die Regierungen sind das Problem
Zitat von joshekbin in die 80er war diese weltgegend ein tolles reiseziel - aber nicht mehr dieser tage. durch den fall des eisernen vorhangs gibt es so viele neue ziele - nur irre fahren noch nach nordafrika!
Also das Reiseziel Timbuktu (welches in Westafrika liegt) war bis Anfang der 2000er sicher, erst seit einigen Jahren ist die Qaida zum Problem geworden. Dies vor allem weil Regierungsangehörige in Bamako mit verdienen und seit geraumer Zeit Kommissionen sowohl von staatliche Seit wie auch von der Al Quaida und den Drogenbanden kassieren. Da die Al Qaida seit August im Wald von Wagadou (Mali, Nähe mauretanische Grenze) eine neue Basis hat, diese bekannt ist und dennoch niemand eingegriffen hat, muss man sich natürlich fragen, warum man es nicht schafft, ein bekanntes Qaida Lager aus zu heben. Da scheinen auch die europäischen Regierungen zu wenig Interesse zu haben, obwohl uns diese Leute massiv schädigen.
law1964 26.11.2011
4. Kampf gegen den Terror muss weitergehen
Wieder einmal zeigt sich, dass der Kampf gegen den islamischen Terror weitergehen muss. Es sit wichtig Al Quaida zu zerschlagen sonst kann es keine Frieden geben. Traurig dass der Deutsche sterben musste. Aber ich finde es richtig, dass er sich gewehrt hat. Wer weiss was ihm sonst erwartet hätte, es gibt leider viele Videos wo Al Quaida Menschen den Kopf abschlägt oder auf eine andere Art tötet und foltert.
axele2 26.11.2011
5. Unsinn
Zitat von law1964Wieder einmal zeigt sich, dass der Kampf gegen den islamischen Terror weitergehen muss. Es sit wichtig Al Quaida zu zerschlagen sonst kann es keine Frieden geben. Traurig dass der Deutsche sterben musste. Aber ich finde es richtig, dass er sich gewehrt hat. Wer weiss was ihm sonst erwartet hätte, es gibt leider viele Videos wo Al Quaida Menschen den Kopf abschlägt oder auf eine andere Art tötet und foltert.
und wieder wird ein Urteil gefällt ohne Fakten zu kennen. Keiner sagt das alquaida was damit zu tun hat, aber sie wissen bestimmt schon wieder mehr....kan genauso einen kriminellen Hintergrund haben und die Leute wollten nur Lsegeld, oder?
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