Nach Tötung von Soleimani Neuer Raketenbeschuss im Irak

Zwei Tage nach dem US-Angriff auf General Qasem Soleimani ist es in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu Raketen- und Mörserangriffen gekommen. Eine Militärbasis und verschiedene Stadtviertel wurden offenbar getroffen.
Die US-Botschaft in Bagdad

Die US-Botschaft in Bagdad

Foto: Ameer Al Mohmmedaw/ DPA

Nach der Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch das US-Militär in der irakischen Hauptstadt Bagdad soll es am Samstag mehrere Raketen- und Mörserangriffe in Bagdads Grüner Zone, einem weiteren Stadtviertel und einem Militärstützpunkt in der Nähe gegeben haben. Das teilte das irakische Militär mit.

"Es hat keine Toten gegeben", sagte ein Militärsprecher in einem Statement. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

In der hochgesicherten Grünen Zone, in der unter anderem die US-Botschaft und irakische Ministerien liegen, schlugen zwei Geschosse sein. Das teilten irakische Sicherheitsvertreter mit. In dem Areal befindet sich auch die US-Botschaft. Laut Polizeiquellen gab es bei diesem Angriff keine Verletzten.

Zudem sollen beinahe zeitgleich zwei Katjuscha-Raketen auf dem außerhalb Bagdads gelegenen Militärstützpunkt Balad eingeschlagen sein, in dem sich auch US-Streitkräfte aufhalten. Die Geschosse gingen laut Sicherheitskreisen am Abend im Lagerhaus-Bereich der Basis nieder, die etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad liegt. Berichte über mögliche Opfer des Angriffs oder Schäden gab es zunächst nicht. Die US-Truppen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Hubschrauber und Aufklärungsdrohnen kreisten über dem Stützpunkt am Himmel, um den Abschussort der Raketen ausfindig zu machen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet außerdem, auf das Stadtviertel Jadriya in Bagdad seien Mörsergranaten niedergegangen. Die Polizei spricht von fünf Verletzten.

Irans Revolutionsgarden schwören auf Rache

Die Lage in der Region ist nach der Tötung des ranghohen iranischen Generals Qasem Soleimani durch einen US-Raketenangriff in Bagdad sehr angespannt. Irans Revolutionsgarden wollen nach eigenen Angaben die USA wegen der Tötung Soleimanis bestrafen, wo immer diese erreichbar seien. Das sagte Gholamali Abuhamseh, ein Kommandeur der Eliteeinheit Quds in der Provinz Kerman, laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Zum Schutz ihrer Diplomaten und Soldaten im Irak kündigten die USA die Entsendung von 3000 bis 3500 zusätzlichen Soldaten in die Region an.

Die irakische Hisbollah-Miliz warnte die irakischen Sicherheitskräfte über einen TV-Sender, sich ab Sonntagabend mindestens 1000 Meter von amerikanischen Stützpunkten im Irak fernzuhalten.

Soleimani, der als Architekt von Irans wachsendem militärischen Einfluss im Nahen Osten galt, war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Raketenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Die Attacke erfolgte auf persönliche Anweisung von US-Präsident Donald Trump. (Mehr über Soleimanis Bedeutung lesen Sie hier.)

mst/dpa/Reuters/AFP