Gewalt in Genua Auch Sachverständige verurteilen Polizeiaktionen

"Fehler und grundlose Gewalt" haben Experten bei dem Einsatz der Polizei gegen Demonstranten in Genua beobachtet. Jetzt könnte es zu Maßnahmen gegen Sicherheitskräfte und ihre Vorgesetzten kommen.


Ausschreitungen in Genua
AP

Ausschreitungen in Genua

Rom - Das Innenministerium in Rom hatte drei "Superinspektoren" beauftragt, das Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten während des G-8-Gipfels zu prüfen. Ihr Bericht soll Grundlage für eventuelle Maßnahmen gegen Einsatzkräfte und deren Vorgesetzte sein. Globalisierungsgegner werfen der Polizei vor, brutal zugeschlagen zu haben.

Italienische Zeitungen zitierten die Experten am Dienstag. Nach Angaben der Sachverständigen war die nächtliche Razzia in der Schule Armando Diaz in Genua zwar "rechtmäßig". Es habe zahlreiche und übereinstimmende Hinweise auf Waffen wie Molotow-Cocktails gegeben. Fragwürdig sei allerdings der Einsatz einer mobilen Einheit gewesen, die bereits zwölf Stunden auf der Straße im Dienst und nicht auf Maßnahmen in geschlossenen Räumen spezialisiert gewesen sei.

Auch in der Polizeistation Bolzaneto sei es zu "Gewalt und Missbrauch" gekommen, heißt es. In manchen Momenten sei die "Situation außer Kontrolle" geraten. Bei den Zusammenstößen auf der Straße sei ebenfalls "grundlose Gewalt" seitens der Polizei festgestellt worden, "nicht so sehr während der Zusammenstöße, sondern kurz danach, auf kaltblütige Weise".



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.