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08. August 2013, 12:22 Uhr

Gewalt in Honduras

Spezialeinheiten müssen Richter schützen

Honduras zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Auch die Justiz ist vor den Kriminellen nicht sicher, erst Mittwoch wurde ein Anwalt erschossen. Richter werden daher künftig von einer Spezialeinheit geschützt und gepanzerte Wagen fahren.

Tegucigalpa - Juristen werden in Honduras häufig Opfer von Gewalt - mit neuen Sicherheitsmaßnahmen sollen sie künftig besseren Schutz erhalten.

Eine Spezialeinheit soll Richter bewachen. Soldaten würden zudem die Gerichtsgebäude sichern, zitierte die Zeitung "La Prensa" am Mittwoch den Vorsitzenden des Juristenverbands, Teodoro Bonilla. Außerdem würden gepanzerte Fahrzeuge für hohe Richter in besonders gefährlichen Städten angeschafft.

Um Richter zu schützen, hatte Bonilla Anfang Juli vorgeschlagen, "virtuelle Richter" einzuführen. Bei Prozessen, in denen es um organisiertes Verbrechen gehe, sollten Richter zu ihrem eigenen Schutz nicht physisch anwesend sein.

Nach Angaben der staatlichen Menschenrechtskommission wurden in Honduras seit 2010 mindestens 65 Juristen getötet. Am Mittwoch erschossen Unbekannte in der Stadt San Pedro Sula den Anwalt José Ángel Pérez, wie "La Prensa" berichtete. Der 35-Jährige habe bereits vor Monaten erklärt, er werde mit dem Tod bedroht.

Fast 92 Morde kommen auf 100.000 Einwohner in Honduras, damit ist es nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) das gefährlichste Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. In Deutschland lag die Mordrate zuletzt bei 0,8 Opfern pro 100.000 Einwohner.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt, nach wie vor würden in Honduras Journalisten, Bürgerrechtler, Verteidiger, Staatsanwälte und Aktivisten angegriffen. Die Täter würden selten angeklagt.

Nach jahrelangen Kämpfen um die Vorherrschaft hatten sich die berüchtigten Jugendbanden Mara Salvatrucha und Mara 18 Ende Mai auf eine Waffenruhe geeinigt. Zusammen mit der Organisation Amerikanischer Staaten hatte die Kirche vermittelt. Kritiker bezweifeln allerdings, dass damit die Gewalt in Honduras endet.

Die Einwohner des Landes leiden unter der mörderischen Gewalt in ihrem Land. Tausende evangelische Christen forderten Anfang Juli ein Ende der Bluttaten. In Weiß gekleidet zogen die Gläubigen durch das Zentrum der Hauptstadt Tegucigalpa zum Präsidentenpalast, wie die Zeitung "El Heraldo" berichtete. Der Pastor Oswaldo Canales sagte: "Wir wollen kein Blut mehr in unseren Straßen, wir wollen Frieden. Die Kirche ist entschlossen, dazu beizutragen."

kgp/dpa

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