Gewalt in Syrien Obama erhöht den Druck auf Assad

US-Präsident Obama hat den syrischen Machthaber Assad scharf kritisiert und ihn erneut zum Rücktritt aufgefordert. Die Regierung in Washington geht offenbar neuen Hinweisen nach, dass die syrische Führung bei der blutigen Niederschlagung der Proteste von Iran unterstützt wird.


Washington - Bei einem Treffen mit Jordaniens König Abdullah II. hat US-Präsident Barack Obama die Gewalt in Syrien scharf verurteilt. Die Niederschlagung der Proteste durch den syrischen Staatschef Baschar al-Assad sei "inakzeptabel", sagte Obama am Dienstag im Weißen Haus.

Der Präsident kündigte an, eng mit Jordanien zusammenzuarbeiten, um den Druck auf Assad zu erhöhen. Obama dankte Abdullah II. dafür, als erster arabischer Führer den Rücktritt von Syriens Staatschef gefordert zu haben. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen bei der seit März 2010 andauernden Gewalt in Syrien 5400 Menschen ums Leben. Die Arabische Liga, deren Mitglied Jordanien ist, will Beobachter für einen Einsatz in Syrien von den Vereinten Nationen ausbilden lassen. Die Regierung in Damaskus hat in Reaktion auf diese Ankündigung die Araber vor einer militärischen Intervention gewarnt.

Obama und der jordanische König sprachen am Dienstag auch über den Friedensprozess im Nahen Osten. Jordanien bemüht sich, Israel und die Palästinenser wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Vertreter beider Seiten hatten sich in der jordanischen Hauptstadt Amman nach 15 Monaten Stillstand erstmals wieder zu direkten Gesprächen getroffen.

Hinweise auf Waffengeschäfte mit Iran

Mit Obamas Kritik gehen offenbar neue Hinweise einher, dass Syrien auf höchster Ebene mit Iran zusammenarbeitet. Die USA sind sich laut Nachrichtenagentur dapd immer sicherer, dass Iran die blutige Niederschlagung der Proteste in Syrien mit Waffenlieferungen unterstützt.

Ein deutliches Zeichen dafür sei ein kürzlich erfolgter Besuch eines Kommandeurs der iranischen Spezialeinheit al-Quds in Damaskus, sagte ein hochrangiges Mitglied der US-Regierung am Dienstag. Die Vereinigten Staaten vermuten seit langem eine Beteiligung des Iran am Vorgehen gegen die syrischen Demonstranten.

bos/AFP/Reuters/dapd

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.