Gewalt in Syrien Syriens Regime lässt mehr als 220 Aufständische töten

Syriens Regierung gibt dem Druck aus dem Ausland nach und lässt Beobachter ins Land. Doch das Töten im Land geht unverändert weiter: Seit der Unterzeichnung des Abkommens sollen mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen sein.

Proteste gegen Assad (am 19. Dezember); Viele Opfer
REUTERS

Proteste gegen Assad (am 19. Dezember); Viele Opfer


Beirut - Monatelang hatte sich Syrien gegen die Entsendung einer internationalen Beobachtermission gewehrt. Am Montag stimmt die Regierung in Damaskus zu. Doch die Gewalt im Land nimmt dennoch kein Ende: Nach Angaben von Aktivisten kamen seit der Unterzeichnung des Abkommens mit der Arabischen Liga mehr als 220 Menschen ums Leben.

In der Provinz Idlib seien am Montag 227 Angehörige der sogenannten Freien Syrischen Armee getötet worden. Die Streitkräfte hätten Artilleriegeschütze gegen die Deserteure eingesetzt, die sich in den Ortschaften Dschabal al-Sawija und Chan Scheichun verschanzt hätten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, in Idlib seien bei Gefechten zwischen der Armee und "terroristischen Gruppen" mehrere Menschen getötet worden. In den Reihen der Armee habe es keine Opfer gegeben.

Am Montag seien zudem 42 Zivilisten getötet worden. Am Dienstag gab es nach Angaben der Aktivisten in Daraa und Idlib drei weitere zivile Opfer. Seit Beginn der Proteste gegen Staatschef Assad sind nach Schätzungener Vereinten Natinen mindestens 5000 Menschen getötet worden.

Das Mandat für die Beobachtermission soll dem syrischen Außenminister Walid al Moallem zufolge einen Monat dauern und bei beidseitiger Zustimmung um einen weiteren Monat verlängert werden können.

Die syrische Opposition bezeichnete das Abkommen angesichts der jüngsten Gewaltwelle als Hinhaltetaktik. Die Unterzeichnung sei angesichts des täglichen brutalen Vorgehens "wertlos", sagte der Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, Burhan Ghaliun. "Das Regime macht Manöver und will Zeit kaufen", erklärte er aus Tunesien, wo er und seine Gruppe auf einer dreitägigen Konferenz die zersplitterte syrische Opposition einen wollen.

Skeptisch zeigte sich auch das US-Außenministerium. Man sei weniger an einem unterzeichneten Stück Papier interessiert als an Taten, mit denen die gemachten Verpflichtungen umgesetzt würden, sagte die Sprecherin Victoria Nuland Reportern in Washington. Die russische Führung pries den Deal dagegen als eine Chance für Stabilität.

npi/dapd/rtr



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