Gewalt in Syrien Tausende Palästinenser fliehen aus Flüchtlingslager

Die blutigen Angriffe der syrischen Armee auf die Hafenstadt Latakia haben Tausende Palästinenser aus einem nahe gelegenen Flüchtlingslager vertrieben. Der Uno zufolge soll es unter den Flüchtlingen Tote und Verletzte gegeben haben.


Ramallah - Seit Tagen dauert die Offensive der syrischen Armee in der Küstenstadt Latakia an, Schätzungen von Menschenrechtlern zufolge kamen dabei mindestens 30 Zivilisten ums Leben - jetzt sind Tausende Palästinenser aus einem nahe gelegenen Flüchtlingslager vor der Gewalt geflohen.

Das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) teilte mit, 5000 bis 10.000 Bewohner des Lagers al-Raml hätten die Flucht ergriffen. "Wir wissen nicht, wo diese Menschen abgeblieben sind. Das ist sehr beunruhigend", sagte UNRWA-Sprecher Christopher Gunness. Es habe Tote und Verletzte gegeben.

Die palästinensische Regierung bat der Nachrichtenagentur Wafa zufolge Damaskus darum, die Flüchtlinge zu verschonen. Die syrische Armee beschoss laut Augenzeugen den dritten Tag in Folge Wohngebiete in Latakia. Nach Angaben einer Oppositionsgruppe töteten die Soldaten von Präsident Baschar al-Assad am Montag drei Menschen. Augenzeugen hatten am Sonntag auch von Angriffen von Marinebooten berichtet. Die USA könnten dies nicht bestätigen, sagte nun ein Sprecher des Außenministeriums in Washington. In Syrien sollen seit Ausbruch der Proteste im März bis zu 2000 Zivilisten getötet worden sein.

hen/Reuters



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Emil Peisker 16.08.2011
1. zynisch...
Ziemlich zynisch, oder? Kein Mitleid mit von Assad malträtierten Palästinensern? Der Feind meines Feindes.......
spiegel-hai 16.08.2011
2. .
Zitat von Emil PeiskerZiemlich zynisch, oder? Kein Mitleid mit von Assad malträtierten Palästinensern? Der Feind meines Feindes.......
ganz im Gegentum. Assad wird es, wenn er so weitermacht, hinkriegen, eine neue Front gegen sich zu eröffnen, beispielsweise die der Palästinenser. Und wo könnten die hin? In den Libanon, oder nach Jordanien, die von Tausenden palästinensischer Flüchtlinge nicht begeistert sein dürften. Assad droht, den gesamten Nahen Osten in Aufruhr zu versetzen. Es ist allerdings die Frage, ob es soweit kommt - ich habe den Eindruck, er steht mit dem Rücken zur Wand und macht es nicht mehr lange.
Emil Peisker 16.08.2011
3. ....darüber freuen?
Zitat von spiegel-haiganz im Gegentum. Assad wird es, wenn er so weitermacht, hinkriegen, eine neue Front gegen sich zu eröffnen, beispielsweise die der Palästinenser. Und wo könnten die hin? In den Libanon, oder nach Jordanien, die von Tausenden palästinensischer Flüchtlinge nicht begeistert sein dürften. Assad droht, den gesamten Nahen Osten in Aufruhr zu versetzen. Es ist allerdings die Frage, ob es soweit kommt - ich habe den Eindruck, er steht mit dem Rücken zur Wand und macht es nicht mehr lange.
Und warum sollte sich Hamas & Co darüber freuen?
alfredoneuman 16.08.2011
4. +
Zitat von Emil PeiskerZiemlich zynisch, oder? Kein Mitleid mit von Assad malträtierten Palästinensern? Der Feind meines Feindes.......
Ist die Haltung der Arabischen Liga, sowie der ganzen arabischen bzw. islamischen Welt, zu den Vorgängen in Syrien nicht viel interessanter, als der Versuch mit spitzfindigen Suggestivfragen einem Foristen auf den Leib zu rücken? Oder wollen Sie sich mit diesen Fragen gar nicht erst beschäftigen, weil Sie die Antworten nur ungern hören möchten.
derandersdenkende, 16.08.2011
5. Manche Eindrücke bleiben nur ganz Wenigen vorbehalten.
Zitat von spiegel-haiganz im Gegentum. Assad wird es, wenn er so weitermacht, hinkriegen, eine neue Front gegen sich zu eröffnen, beispielsweise die der Palästinenser. Und wo könnten die hin? In den Libanon, oder nach Jordanien, die von Tausenden palästinensischer Flüchtlinge nicht begeistert sein dürften. Assad droht, den gesamten Nahen Osten in Aufruhr zu versetzen. Es ist allerdings die Frage, ob es soweit kommt - ich habe den Eindruck, er steht mit dem Rücken zur Wand und macht es nicht mehr lange.
Andere nennen es schlicht und einfach Wunschdenken. Wenn sich Elefanten allerorten wie im Porzellanladen benehmen, verschrecken sie alle anderen Lebewesen. Die Spuren der allgemeinen Zerstörung lassen das Vertrauen in diese Elefanten auf niedrigstem Niveau verharren. Warum? 1. Es läßt sich keine einheitliche Front gegen Assad aufbauen, weil die Alliierten in Libyen alles Porzellan zerschlagen haben, was irgendwo auffindbar war. Sie haben damit die deutsche Präsidentschaft im UN-Sicherheitsrat im Vorherrein brüskiert und so mancher Journalist liefert die Stichworte. 2. Die Beseitigung Saddam Husseins und die Befriedung des Iraks haben für die Irakis keine Verbesserung gebracht, ganz im Gegentum. Die installierte Regierung will die Besatzer weiter im Land haben, weil sie das Volk offensichtlich nicht auf seine Seite bekommt. 3. Saudi-Arabien (die Heimat bin Ladens) ist vom Westen als neuer "Menschenrechtsgarant" ( Niederschlagung der Demos in Bahrain)ausersehen und wird deshalb mit westlicher Waffentechnik hochgerüstet. Die Vorbildwirkung auf die Syrier und andere Länder im nahen Osten dürften sich in Grenzen halten. Wenn Sie möchten, reiche ich Ihnen gern weitere Argumente gegen Ihre Thes nach.
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