Israel Palästinenser nach Messerattacke erschossen

Erneut hat im Westjordanland ein Palästinenser einen israelischen Soldaten attackiert. Der Angreifer wurde erschossen. Es ist bereits der sechste ähnliche Vorfall binnen weniger Tage.


Bei einer Messer-Attacke im Westjordanland ist ein palästinensischer Angreifer erschossen worden. Der Palästinenser habe einen Soldaten während einer Untersuchung am Eingang der Ortschaft Bani Naim bei Hebron mit einem Messer angegriffen, teilte die israelische Armee auf Twitter mit. Daraufhin sei er von israelischen Militärkräften erschossen worden. Der Soldat sei nicht verletzt worden.

Nach Wochen relativer Ruhe ist es ein Jahr nach dem Beginn der Gewaltwelle in Israel und den Palästinensergebieten wieder zu einer Eskalation gekommen. In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Angriffe auf Israelis: Am Sonntag verletzte ein Palästinenser einen israelischen Offizier am Eingang der Siedlung Efrat südlich von Jerusalem. Daraufhin hätten andere Soldaten auf den Attentäter geschossen und ihn verletzt, teilte die Armee mit. Am Freitag waren bei drei Anschlägen auf Israelis drei Angreifer getötet worden, darunter auch ein Jordanier.

Aktuell hat die israelische Armee ihre Truppen im südlichen Westjordanland verstärkt. "Die Armee verlegt eine Bataillon zur Verstärkung in die Gegend von Hebron", sagte eine israelische Militärsprecherin am vergangenen Sonntag. Eine Bataillon umfasst mehrere Hundert Soldaten. Auch angesichts bevorstehender jüdischer Feiertage im kommenden Monat befürchte man einen neuen Anstieg der Gewalt, berichtete der israelische Rundfunk.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit einem Jahr 35 Israelis getötet worden. Weit über 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei ihren eigenen Attacken. Als ein Auslöser der Gewaltwelle während der jüdischen Feiertage vor einem Jahr galt ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist.

anr/dpa



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