Gezi-Proteste Türkei klagt 36 Demonstranten wegen Terrorismus an

Die türkische Justiz geht hart gegen die Teilnehmer der Proteste um den Gezi-Park vor. 36 Menschen müssen sich nach den Demos im Sommer 2013 vor Gericht verantworten - ihnen wird Terrorismus vorgeworfen. Es drohen lange Haftstrafen.
Proteste in Istanbul (im Juni 2013): Lange Haftstrafen drohen

Proteste in Istanbul (im Juni 2013): Lange Haftstrafen drohen

Foto: STRINGER/TURKEY/ REUTERS

Ankara - Über Wochen hatte sich der Protest um den besetzten Gezi-Park in Istanbul im Sommer 2013 hingezogen. Nun läuft das gerichtliche Nachspiel. Die türkische Staatsanwaltschaft hat 36 Teilnehmer der Demonstrationen wegen Terrorismus angeklagt.

Ihnen wird unter anderem Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe, Terrorpropaganda und der illegale Besitz gefährlicher Gegenstände vorgeworfen, wie die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf die Anklageschrift am Freitag berichtete.

Im Fall einer Verurteilung drohen den Beschuldigten zwischen drei und 58 Jahren Haft. Es ist bereits die zweite Anklagewelle: Im Dezember 2013 hatte die Türkei bereits 255 Demonstranten wegen ihrer Beteiligung an den Protesten angeklagt.

Die Demonstrationen hatten im Juni 2013 als Protest gegen ein Bauvorhaben im zentralen Istanbuler Gezi-Park begonnen. Angesichts des brutalen Vorgehens der Polizei und der harten Haltung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan weiteten sich die Proteste im Laufe des Sommers aber rasch aufs ganze Land aus und wandten sich dabei zunehmend gegen die Regierung. Landesweit gab es nach offiziellen Angaben bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten fünf Tote. International hatte das harte Durchgreifen der Sicherheitskräfte Bestürzung ausgelöst.

jok/AFP
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