Trotz US-Intervention Iranischer Tanker "Grace 1" kann auslaufen

Erfolg für Teheran: Gibraltar gibt den iranischen Supertanker "Grace 1" frei. Eine Intervention der USA blieb offenbar erfolglos.

Supertanker vor Gibraltar: Verdacht auf illegale Öllieferungen nach Syrien
Stringer/ REUTERS

Supertanker vor Gibraltar: Verdacht auf illegale Öllieferungen nach Syrien


Gibraltar will den mit iranischem Öl beladenen Supertanker "Grace 1" freigeben. Diese Entscheidung bestätigte das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südküste Spaniens. Es war aber zunächst unklar, ob das vor sechs Wochen festgesetzte Schiff sofort in See stechen kann. Auch ein Regierungssprecher konnte auf Anfrage dazu keine Auskunft geben.

In letzter Minute versuchten die USA, das Schiff am Auslaufen zu hindern. Die Regierung Gibraltars teilte mit, das US-Justizministerium habe beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorwürfen zu beschlagnahmen. Eine gerichtliche Prüfung dessen stehe noch aus. Was das konkret für den Tanker bedeutet, war zunächst unklar.

Iran bestätigte die Freigabe des Schiffes. Der Tanker werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad. Das Ende "der illegalen Festsetzung" des Tankers sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Außenministeriums mit der britischen Seite in den vergangenen Wochen. Die Entscheidung des Gerichts in Gibraltar sei auch eine "demütigende Niederlage" für die USA.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Supertanker "Grace 1" vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen nach Syrien festgesetzt. Der Schritt führte zu Spannungen zwischen London und Teheran.

Iran protestierte gegen das Vorgehen der britischen Behörden, bestellte mehrmals den Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Irans Revolutionswächter setzten im Gegenzug den britischen Öltanker "Stena Imperio" in der Straße von Hormus fest.

Auch US-Vertreter glauben, dass das Schiff iranisches Öl nach Syrien bringen und damit gegen Sanktionen der USA und der EU verstoßen könnte. Iran bestreitet, dass die Öllieferung für Syrien bestimmt war, gibt aber auch nicht an, was stattdessen das Ziel des Supertankers gewesen sein soll.

Laut "Gibraltar Chronicle" haben die Behörden des britischen Überseegebiets eine schriftliche Erklärung der iranischen Regierung erhalten, dass die Ölladung nicht nach Syrien gebracht werde.

asa/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 43 Beiträge
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Daniel B. aus KL 15.08.2019
1. Es
geschehen doch noch Zeichen und Wunder!! Es keimt Hoffnung auf eine weitere Deeskalation der ganzen momentanen Lage am Persischen Golf. Es werden Wetten angenommen, wie lange die Iraner nun taktisch zögern, die britischen Schiffe vom Haken zu lassen...
skeptikerjörg 15.08.2019
2. Iranischer Supertanker?
Die Grace 1 gehört formal einer in Singapur ansässigen Reederei und ist in Panama registriert. Iranisch ist wohl nur die Ladung. Oder hat SPON Erkenntnisse, dass die Reederei in Wirklichkeit nur eine Tarnfirma ist und der tatsächliche Eigentümer der Iran?
claus7447 15.08.2019
3. Welche Überraschung - da hat Boris noch nicht
Zugriff auf das Justizministerium und Donny wird schäumen - so wird das gar nix mit dem Handelsvertrag!
kassandra21 15.08.2019
4.
Zitat von Daniel B. aus KLgeschehen doch noch Zeichen und Wunder!! Es keimt Hoffnung auf eine weitere Deeskalation der ganzen momentanen Lage am Persischen Golf. Es werden Wetten angenommen, wie lange die Iraner nun taktisch zögern, die britischen Schiffe vom Haken zu lassen...
Die USA wollen keine Deeskalation. Da sehe ich das Kernproblem. Aber zumindest sollte Großbritannien jetzt gewarnt sein, was "special relationship" angeht.
zwischenruf01 15.08.2019
5. @3 Unabhängig sind die Gerichte
Vor allem hat das Justizministerium, welches als Teil der Regierung/Exekutive nicht unabhängig ist, keinen Zugriff auf den Obersten Gerichtshof von Gibraltar. Die Unabhängigkeit der Gerichte ist in den demokratischen Rechtsstaaten Europas eben kein Fake. Selbstverständlich musste das Geericht den Antrag der USA zunächst prüfen.
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