Gibraltar Polizei nimmt weitere Crewmitglieder von iranischem Öltanker fest

Ein Öltanker, der mutmaßlich in Iran beladen wurde, soll Sanktionen verletzt haben. Nach der Festnahme des Kapitäns und des ersten Offiziers nahm Gibraltars Polizei nun zwei weitere Besatzungsmitglieder in Gewahrsam.

Der Supertanker "Grace 1 " vor Gibraltar
Stringer/ REUTERS

Der Supertanker "Grace 1 " vor Gibraltar


Die Behörden in Gibraltar haben zwei weitere Besatzungsmitglieder eines beschlagnahmten iranischen Öltankers festgenommen. Die beiden Offiziere seien wie der schon zuvor festgenommene Kapitän und sein erster Offizier indische Staatsbürger, teilte die Polizei in Gibraltar mit. Gegen die vier Beschuldigten laufen demnach "Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Exports von Rohöl an die Banjas-Raffinerie in Syrien".

Vor der Küste des britischen Überseegebiets Gibraltar war am Donnerstag vergangener Woche der iranische Öltanker "Grace 1" gestoppt worden. Das Schiff wurde verdächtigt, entgegen einem geltenden EU-Embargo iranisches Öl nach Syrien bringen zu wollen. Die europäischen Sanktionen richten sich gegen die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Die folgende Beschlagnahme des Öltankers hatte die Spannungen zwischen London und Teheran drastisch verschärft. Iran bezeichnete das Vorgehen der britischen Behörden als Akt der "Piraterie" und warnte, dies werde "nicht ohne Folgen" bleiben. Der Iran bestreitet zudem, dass der Tanker nach Syrien wollte. Er sieht sich aber auch nicht an die EU-Sanktionen gegen Syrien gebunden.

Briten schicken zweites Kriegsschiff in die Golfregion

Großbritannien warf Iran derweil vor, versucht zu haben, einen britischen Öltanker an der Fahrt durch die Seestraße von Hormus zu hindern. Der US-Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, iranische Revolutionsgarden hätten versucht, den Supertanker "British Heritage" zu kapern, bevor eine britische Fregatte die Angreifer abwehrte. Die Revolutionsgarden bestritten jede Verwicklung, drohten aber mit Konsequenzen für den Stopp der "Grace 1".

Vor dem Hintergrund der Spannungen hat Großbritannien nun ein zweites Kriegsschiff in die Meerenge von Hormus geschickt, um dort nach Regierungsangaben die "Freiheit der Schifffahrt" zu sichern.

Die Entsendung des Zerstörers "HMS Duncan" in die Golfregion war nach Angaben der britischen Regierung ohnehin geplant, um die Fregatte "HMS Montrose" abzulösen. Allerdings wurde der Zerstörer laut Verteidigungskreisen nun früher losgeschickt, damit die beiden Schiffe zeitweilig zusammen vor iranischen Hoheitsgewässern fahren können.

asa/AFP

insgesamt 72 Beiträge
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frankfurtbeat 12.07.2019
1. was ...
was bilden sich die Briten eigentloich ein? Spielen die etwa jetzt auch wie die USA Weltpolize? Irgendwelche Sanktionen welche durch irgendwem auch immer auferlegt werden gehen Iran tatsächlich nichts an. Oder meinen die USA das der Iran zu Europa gehört? Bei dem unterirdischen Bildungsgrad könnte das auch möglich sein ... aber die Briten sollten es wissen und nicht als Handlanger von imperialistischen Mächten fungieren.
Korken 12.07.2019
2. Ein Trauerspiel
Wird in Gibraltar jetzt Würfel Dir Was gespielt. Heute mal die Leute vom Schiff verhaften, morgen mal die... dabei ist der Weltöffentlichkeit bisher noch nicht erklärt worden, weshalb der Tanker festgehalten wird. Es werden da Sanktionen erwähnt, aber welche sind das und inwiefern haben sie überhaupt Geltung bei diesem Tanker? Solange das nicht geklärt ist, bleibt es wohl nicht nur in meinen Augen ein Akt der Piraterie, was GB da aus Gibraltar heraus auf Geheiß der USA tat. Sollte es mit rechten Dingen zugegangen sein, wäre ich der letzte, der das nicht anerkennt. Sehr nebulös erscheint mir weiterhin der komische Vorgang vor Irans Küste, dass die Iraner so dumm wären einen mit einem Kriegsschiff begleiteten britischen Tanker zu kapern und das ganze auch noch unter der Filmkamera eines zufällig anwesenden US Fighters. Wenn sich UK und US nun noch über die Zahl der iranischen Boote einigen könnten...
nutzlos_1743 12.07.2019
3. Umweg?
Der Tanker fährt vom Iran ums Horn von Afrika nach Syrien? Wow
eichenbohle 12.07.2019
4. Iranischer Tanker?
Liebe Journalisten, wer ist Reeder des Tankers und unter welcher Flagge fährt er?
howun 12.07.2019
5.
Die Iraner wären ja schön dumm, ein Schiff, das nach Syrien soll, nicht durch den Suezkanal zu schicken, sondern um ganz Afrika und über Gibraltar. Nein , das kann nicht sein.
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