Iranischer Öltanker in Gibraltar USA stoppen Freigabe von "Grace 1"

Eigentlich sollte der in Gibraltar festgesetzte iranische Supertanker "Grace 1" freigegeben werden. Doch nun ist offenbar das US-Justizministerium eingeschritten.

Supertanker vor Gibraltar: Verdacht auf illegale Öllieferungen nach Syrien
Jon Nazca/ REUTERS

Supertanker vor Gibraltar: Verdacht auf illegale Öllieferungen nach Syrien


Im Streit um den festgesetzten iranischen Tanker "Grace 1" haben die USA Medienberichten zufolge eine Freigabe vorerst gestoppt. Das berichteten übereinstimmend der US-Sender CNN und die Tageszeitung "Gibraltar Chronicle".

Demnach hat ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft von Gibraltar am Morgen vor dem Obersten Gericht Gibraltars eine entsprechende Eingabe des US-Justizministeriums vorgetragen. Die Gründe dafür seien noch unbekannt, hieß es.

Ursprünglich war erwartet worden, dass das Gericht am Morgen eine Entscheidung darüber fällt, ob der Tanker "Grace 1" freigegeben wird, wie CNN weiter berichtete. Der "Gibraltar Chronicle" hingegen schrieb, die Freigabe habe unmittelbar bevorgestanden. Eine Entscheidung darüber solle nun am Nachmittag fallen, hieß es.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Supertanker "Grace 1" vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen nach Syrien festgesetzt. Der Schritt führte zu Spannungen zwischen London und Teheran.

Iran protestierte gegen das Vorgehen der britischen Behörden, bestellte mehrmals den Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Irans Revolutionswächter setzten im Gegenzug den britischen Öltanker "Stena Imperio" in der Straße von Hormus fest.

Auch US-Vertreter glauben, dass das Schiff iranisches Öl nach Syrien bringen und damit gegen Sanktionen der USA und der EU verstoßen könnte. Iran bestreitet, dass die Öllieferung für Syrien bestimmt war, gibt aber auch nicht an, was stattdessen das Ziel des Supertankers gewesen sein soll.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 165 Beiträge
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Ole_Bienkopp 15.08.2019
1.
Gong!! Und die "Verschwörungstheoretiker" hatten wieder einmal recht! Es sind die USA, die den Tanker festsetzen ließen! Und die Britten haben es pflichtschuldigst ausgeführt.
bert303 15.08.2019
2. Das Recht des Stärkeren
Also beruft man sich hier auf das Recht des Stärkeren? Oder wo genau ist der Unterschied zwischen "Sanktionen" der EU oder der USA auf der einen Seite und möglichen "Sanktionen" des Iran auf der anderen Seite? Wenn der Iran "Sanktionen" erlässt, dürfte er ja demnach ebenso Schiffe festsetzen, die "möglicherweise dagegen verstoßen".
igor_plahuta 15.08.2019
3. USA stellt Antrag auf Beschlagnahmung eines iranischen Tankers...
....auf dem Territorium der europäischen Union. Und die EU knickt ein. Was ist eigentlich los bei uns in der EU. Können die Amerikaner wirklich machen was Sie wollen? Erst versetzen Sie die Welt mit der Kündigung diverser Abkommen in eine schwierige Lage, dann werden die ehemaligen Vertragspartner sanktioniert, für etwas was gar nicht getan haben, und dann werden diese Sanktionen auch noch mit Beschlagnahmung von Bankguthaben, Goldreserven und Öltanker umgesetzt. Und die EU hilft dabei. Sind unsere Politiker noch bei Sinnen?
Tharsonius 15.08.2019
4. Posse
Wie kann ein land auf einem anderen kontinent ein in europäischen Hoheitgewässern parkendes Schiff beschlagnahmen?
viceman 15.08.2019
5. wer eskaliert also ?
das imperium, wird niemals ruhe geben, bevor nicht iran zu kreuze kriecht...
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