Ankündigung des Assad-Regimes Uno-Inspekteure dürfen zum Schauplatz der Giftgas-Attacke

Wer hat die Giftgasattacke ausgeführt, die nahe Damaskus Hunderte Zivilisten das Leben kostete? Von der Antwort könnte ein Eingreifen des Westens in den Bürgerkrieg abhängen. Jetzt hat das Assad-Regime angekündigt, den Chemiewaffen-Experten der Uno Zugang zu den betroffenen Gebieten zu gewähren.

Uno-Delegation in Damaskus: Untersuchung des Giftgasangriffs
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Uno-Delegation in Damaskus: Untersuchung des Giftgasangriffs


Damaskus - Die syrische Regierung will den Uno-Chemiewaffenkontrolleuren Zugang zu den Orten gewähren, an denen offenbar Giftgas eingesetzt wurde. Das meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der Uno getroffen worden, teilte das syrische Außenministerium mit.

Das von dem Schweden Ake Sellström geleitete Uno-Inspektorenteam hält sich bereits seit einigen Tagen in Damaskus auf, erhielt bisher aber keinen Zugang zu den entscheidenden Orten.

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Uno-Untersuchung in Syrien: Höchste Priorität
Die Untersuchung werde am Montag beginnen, teilte die Uno mit. Generalsekretär Ban Ki Moon habe Sellström angewiesen, dem Vorfall höchste Priorität zu geben. Für die Zeit der Untersuchung habe die syrische Regierung eine Waffenruhe versprochen.

Die Sicherheitslage in dem umkämpften Gebiet bei Damaskus gilt als sehr schlecht. Die Opposition hatte bereits Freitag erklärt, sie könne die Sicherheit der Uno-Experten im ihrem Gebiet gewährleisten.

Syrische Rebellen werfen Machthaber Baschar al-Assad vor, bei einem Giftgasangriff am Mittwoch östlich von Damaskus bis zu 1300 Menschen getötet zu haben. Das Regime wiederum macht die Rebellen für den Angriff verantwortlich.

Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind am Mittwochmorgen etwa 3600 Syrer mit Vergiftungssymptomen in drei Krankenhäuser im Großraum von Damaskus gekommen. 355 der Betroffenen seien gestorben.

Neben der britischen Regierung macht auch Frankreich das Assad-Regime für den Angriff verantwortlich. US-Präsident Barack Obama äußerte sich bisher zwar zurückhaltender. Er wies jedoch das Pentagon an, Optionen für ein mögliches militärisches Eingreifen vorzubereiten. Das US-Militär sei grundsätzlich auf eine Intervention vorbereitet, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte in Bezug auf die Entscheidung Syriens, den Uno-Kontrolleuren Zugang zu den Orten östlich von Damaskus zu gewähren: "Das ist eine wichtige Vereinbarung in einer dramatische Lage. Ich begrüße, dass die Untersuchung jetzt unverzüglich erfolgen soll."

Auch Russland begrüßte die Entscheidung. Der Kreml gilt als Verbündeter Assads und warnte vor voreiligen Schlüssen in Bezug auf die Verantwortung für den mutmaßlichen Giftgasangriff.

hut/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 156 Beiträge
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Seite 1
stopfiatmoney 25.08.2013
1.
"Von der Antwort hängt wohl ein Eingreifen des Westens in den Bürgerkrieg ab." Oh, der erste fast (der Westen IST schon involviert) wahre Satz seit Jahren hier über Syrien. Bedeutet= Freibrief, wenn es denn die "Rebellen" waren. Wer hat jetzt welche Anreize?
tbax 25.08.2013
2. Glauben?
Zitat von sysopAPWer hat die Giftgasattacke ausgeführt, die nahe Damaskus Hunderte Zivilisten das Leben kostete? Von der Antwort hängt wohl ein Eingreifen des Westens in den Bürgerkrieg ab. Jetzt hat das Assad-Regime angekündigt, den Chemiewaffen-Experten der Uno Zugang zu den betroffenen Gebieten zu gewähren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgasangriff-syrien-will-uno-mitarbeitern-angeblich-zugang-gewaehren-a-918486.html
"Das meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana ..." Hm, dieser Nachrichtenagentur würde ich nicht trauen. Die erzählen z.B. heute noch, dass syrische Rebellen mit Sarin in der Türkei verhaftet worden wären. Was schon seit Ewigkeiten als Falschmeldung klargestellt wurde. Wahrscheinlich will sich der Diktator mit dieser "Meldung" nur etwas Luft und Zeit verschaffen. Denn noch wurde kein Termin genannt, deshalb wird es jetzt losgehen: "Wir müssen es zuerst sorgfälltig vorbereiten", "Wir müssen erst festlegen, was die UN dort machen darf" (die Inspektoren dürfen bei ihrem alten Auftrag nur das Giftgas feststellen, aber nicht, wer es abgeschossen hat; was für ein Schrott), "Leider gibt es gerade Kämpfe dort, unsere Flugzeuge fliegen unaufschiebbare Angriffe", "Es regnet" ...
MultiMoral 25.08.2013
3. ...
Zitat von sysopAPWer hat die Giftgasattacke ausgeführt, die nahe Damaskus Hunderte Zivilisten das Leben kostete? Von der Antwort hängt wohl ein Eingreifen des Westens in den Bürgerkrieg ab. Jetzt hat das Assad-Regime angekündigt, den Chemiewaffen-Experten der Uno Zugang zu den betroffenen Gebieten zu gewähren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgasangriff-syrien-will-uno-mitarbeitern-angeblich-zugang-gewaehren-a-918486.html
nicht nur Eingreifen des Westens hängt davon ab, sondern auch international zur Verantwortung ziehen der Waffenlieferanten an Rebbeln.
triptychon 25.08.2013
4. Assad wirft Giftgasgranaten?
Fragt sich bei euch eigentlich keiner mal "cui bono"? Wem nutzt es? Was hat Assad zu gewinnen, was zu verlieren, wenn er Giftgasgranaten wirft? Was die Rebellen? Wenn man DAS mal gegeneinanderstellt kommt man doch zu einem etwas anderen Ergebnis, meint ihr nicht?
Konsumzombie 25.08.2013
5. Alles ist möglich
Die Regierungstruppen haben in den letzten Tagen falsche Beweise platziert. Oder aber es wird sich aufklären, dass es die Terroristen waren. Dritte Möglichkeit: ein Dritter hat falsche Beweise platziert, z. B. ein amerikanischer Geheimdienst. Die erste Möglichkeit schließe ich aus, da Assad nichts zu gewinnen hätte, gerade weil die Regierungstruppen in letzter Zeit erfolgreich waren.
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