Gina Haspel Trumps Kandidatin für CIA-Spitze bot Rückzug an

Noch hat sie den US-Auslandsgeheimdienst nicht übernommen, da sorgt die künftige CIA-Chefin schon für Schlagzeilen: Gina Haspel wollte offenbar auf den Posten verzichten - sie fürchtet die Befragung im Senat.
Gina Haspel

Gina Haspel

Foto: CIA / AP

Mitte März präsentierte US-Präsident Donald Trump mit Gina Haspel seine Kandidatin für den Posten der CIA-Direktorin. Ihre Nominierung war für viele eine Überraschung, schließlich hielt sich Haspel bis dahin meist im Hintergrund der Geheimdienstbehörde auf.

Inzwischen zweifelt die Kandidatin offenbar, ob sie diesen Schritt tatsächlich gehen soll. Denn ihr drohen unangenehme Fragen zu ihrer Vergangenheit.

Nach Informationen der "Washington Post"  bot Haspel dem Weißen Haus am Freitag an, auf ihre Nominierung zu verzichten. Sie wolle damit eine erwartbar heftige Befragung im US-Senat an diesem Mittwoch ebenso vermeiden wie eine Beschädigung des Rufs der CIA und ihrer eigenen Person. Erst am Samstag sei klar geworden, dass sie bei ihrer Kandidatur bleibe, hieß es.

Die 61-Jährige soll Pompeo nachfolgen, der neuer US-Außenminister geworden ist. Haspel ist umstritten, weil sie Berichten zufolge 2002 ein US-Geheimgefängnis in Thailand leitete. In diesem seien Terrorverdächtige durch sogenanntes Waterboarding (simuliertes Ertränken) gefoltert worden. Haspel wird vorgeworfen, sie sei später an der illegalen Zerstörung von Videos solcher Verhöre beteiligt gewesen.

Ein Rückzug Haspels käme Trump sehr ungelegen. Das Weiße Haus hat mit anhaltenden Personalwechseln, Abgängen und Rauswürfen zu tun.

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Weißes Haus: Trumps Personalkarussell - und raus bist du!

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Der Senat muss Haspel bestätigen. Es wird erwartet, dass die Entscheidung eng ausfällt, weil die Mehrheit nur bei 51 zu 49 liegt und zudem Senator John McCain abwesend ist. Er ringt in Arizona mit einem tödlichen Hirntumor.

mho/dpa
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