Gipfel in Lissabon Nato will Kampfeinsatz in Afghanistan 2014 beenden

Afghanische Sicherheitskräfte sollen in vier Jahren das Kommando in dem Land übernehmen. Darauf hat sich das Militärbündnis Nato mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verständigt. Auch danach sollen ausländische Soldaten dort stationiert bleiben.

Karzai mit Nato-Generalsekretär Rasmussen: "Verständnis" für die afghanischen Anliegen
dpa

Karzai mit Nato-Generalsekretär Rasmussen: "Verständnis" für die afghanischen Anliegen


Lissabon - Neun Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes hat die Nato die Weichen für einen Abzug ihrer Kampftruppen gestellt. Das Militärbündnis beschloss am Samstag auf seinem Gipfel in Lissabon, ab kommendem Jahr die Sicherheitsverantwortung schrittweise bis Ende 2014 an die Afghanen zu übergeben. Internationale Einheiten sollen aber über das Datum hinaus in Afghanistan präsent bleiben.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und der afghanische Präsident Hamid Karzai unterzeichneten die Vereinbarung, nachdem sich die 28 Bündnisländer sowie 20 weitere am Einsatz beteiligte Nationen der Internationalen Afghanistan-Truppe ( Isaf) auf den Abzugsplan geeinigt hatten. "Wir haben den Prozess gestartet, mit dem die Afghanen wieder Herren im eigenen Haus werden", sagte Rasmussen. "Das Ziel ist, dass die afghanischen Kräfte bis Ende 2014 im ganzen Land die Federführung übernehmen."

Zugleich vereinbarten die Nato und Afghanistan eine "langfristige Partnerschaft" über das Ende des Kampfeinsatzes hinaus. Die Militärallianz werde nach der Übergabe eine "unterstützende Rolle" spielen, versprach Rasmussen. Damit wolle die Nato verhindern, dass die Taliban-Rebellen sich mit ihren Umsturzversuchen auf die Zeit nach dem Abzug verlegen. Derzeit hat die Isaf rund 130.000 Soldaten am Hindukusch stationiert, die meisten gehören der US-Armee an. Die Bundeswehr ist mit gut 5000 Soldaten vor Ort.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte deutlich, dass es auch nach 2014 noch ausländische Soldaten in Afghanistan geben werde. Der Abzug müsse nun "behutsam Schritt für Schritt gestaltet werden", sagte sie in Lissabon. Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung müsse "nachhaltig" stattfinden und "unumkehrbar" sein.

Karzai, der vor dem Gipfel mit Forderungen nach einer Einschränkung der US-Militäreinsätze für Irritationen gesorgt hatte, stimmte versöhnliche Töne an. Er habe bei den Bündnispartnern "Verständnis" für die afghanischen Anliegen ausgemacht, sagte der Staatschef.

ore/AFP

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Ernst August 20.11.2010
1. So schnell - es geht voran
Zitat von sysopAfghanische Sicherheitskräfte sollen in*vier Jahren das Kommando in dem Land übernehmen. Darauf hat sich das Militärbündnis Nato mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verständigt. Auch danach sollen ausländische Soldaten dort stationiert bleiben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,730262,00.html
Ende 2014 - ach, so schnell schon!? Ich dachte die wollten erst 2011 mit dem (Obama) Abzug beginnen. Dreinhalb Jahre Abzug - Respekt (wenn nichts dazwischen kommt). Das bedeutet allerdings das über 4 Jahre davor bisher nichts vorwärts zu gehen scheint denn wenn man bedenkt das der erste und zweite Weltkrieg zusammen keine 10 Jahre gedauert haben und das es da echte Gegner gab dann fragt man sich was die hunderttausende von Soldaten und Privatkillern gegen unterbewaffnete und zerlumpte "Taliban" dort nun fast 10 Jahre und am Ende mindestens 14 Jahre getrieben haben?
afghan 20.11.2010
2. Mit anderen Worten
Zitat von sysopAfghanische Sicherheitskräfte sollen in*vier Jahren das Kommando in dem Land übernehmen. Darauf hat sich das Militärbündnis Nato mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verständigt. Auch danach sollen ausländische Soldaten dort stationiert bleiben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,730262,00.html
Mit anderen Worten: Das Land bleibt weiterhin besetzt. Der Bürgerkrieg beginnt. Nato beliefert die ANA und Polizei mit Waffen und schaut zu wie sie von den Talibanen abgeschlachtet werden. Dadurch verhindert man eigene Verluste. Taliban und andere Widerstandsgruppen bekommen weiterhin Unterstützung aus Pakistan, Saudi Arabien usw. Sie werden weiter kämpfen gegen eigene Landsleute.
Rainer Helmbrecht 20.11.2010
3. Für ein titelfreies SpOn-Forum.
Zitat von Ernst AugustEnde 2014 - ach, so schnell schon!? Ich dachte die wollten erst 2011 mit dem (Obama) Abzug beginnen. Dreinhalb Jahre Abzug - Respekt (wenn nichts dazwischen kommt). Das bedeutet allerdings das über 4 Jahre davor bisher nichts vorwärts zu gehen scheint denn wenn man bedenkt das der erste und zweite Weltkrieg zusammen keine 10 Jahre gedauert haben und das es da echte Gegner gab dann fragt man sich was die hunderttausende von Soldaten und Privatkillern gegen unterbewaffnete und zerlumpte "Taliban" dort nun fast 10 Jahre und am Ende mindestens 14 Jahre getrieben haben?
Ich bin entsetzt, haben Sie denn vergessen, dass die Soldaten erst seit v. Guttenberg wissen, dass da Krieg ist und andererseits, es ging darum Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen und Brunnen zu bauen. Sie wissen bestimmt, dass Handwerker nicht zaubern können und... gut Ding will Weile haben. Das ist schon alles gut gelaufen;o). MfG. Rainer
sitiwati 20.11.2010
4. wie gesagt,
Zitat von Rainer HelmbrechtIch bin entsetzt, haben Sie denn vergessen, dass die Soldaten erst seit v. Guttenberg wissen, dass da Krieg ist und andererseits, es ging darum Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen und Brunnen zu bauen. Sie wissen bestimmt, dass Handwerker nicht zaubern können und... gut Ding will Weile haben. Das ist schon alles gut gelaufen;o). MfG. Rainer
mittlerweilen wird man sich arrangiert haben, die BW fährt Streife , die bärtigen JUngs sitzen am Cafe, bei der Wasserpfeife, man winkt sich zu und jeder geht seinen Geschäften nach !
ein anderer 20.11.2010
5. Die Nato
Zitat von sysopAfghanische Sicherheitskräfte sollen in*vier Jahren das Kommando in dem Land übernehmen. Darauf hat sich das Militärbündnis Nato mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verständigt. Auch danach sollen ausländische Soldaten dort stationiert bleiben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,730262,00.html
Die Nato hat immer noch keine Ahnung von der afghanischen Seele. Denken sie wirklich, dass fremde Soldaten in Afghanistan jemals in Frieden stationiert werden können. Die einzige Erklärung für diese Ignoranz liegt wahrscheinlich in dem geostrategischen Interesse des Westens in dieser Region.
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