Gipfeltreffen Iran wirbt um engeres Bündnis mit Syrien

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat dem syrischen Staatschef Baschar Assad die Bildung einer "vereinten Front" gegen äußere Bedrohungen vorgeschlagen. Unterdessen sind an der umstrittenen Atomanlage Isfahan die Inspekteure der Uno eingetroffen.


Gipfeltreffen in Teheran: "Vereinte Front"
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Gipfeltreffen in Teheran: "Vereinte Front"

Teheran - "Gemeinsame Bedrohungen erfordern mehr denn je die Bildung einer vereinten Front des Irans und Syriens", sagte Ahmadinedschad, der Assad einen Tag nach seiner Vereidigung als ersten ausländischen Staatschef in Teheran empfing. Eine Stärkung der Beziehungen könne die Region vor einer Aggression schützen, sagte Ahmadinedschad der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Sowohl dem Iran als auch Syrien wird vorgeworfen, militante islamische Gruppen wie die libanesische Hisbollah und die palästinensische Hamas zu unterstützen. Syrien wird von den USA überdies beschuldigt, islamistische Kämpfer in den benachbarten Irak einreisen zu lassen. Der Iran steht wegen seines Atomprogramms international in der Kritik. Assad bekannte sich bei seiner Ankunft in Teheran zum Kampf gegen den Terrorismus: "Der Iran und Syrien sollten auf den Terrorismus Acht geben, der sich im Nahen Osten ausbreitet", sagte der syrische Präsident.

Indes sind am Morgen die Inspekteure der Vereinten Nationen in der iranischen Atomanlage Isfahan eingetroffen, um dort vor der angekündigten Wiederinbetriebnahme Überwachungseinrichtungen zu installieren.

Gleichzeitig sollten die Inspekteure das Aufbrechen der Siegel der Anlage verfolgen, sagte ein hochrangiger iranischer Vertreter. Ein solcher Schritt würde den Iran in direkte Konfrontation mit der Europäischen Union bringen. Diese hat gedroht, in einem solchen Fall das Atomprogramm des Landes vor den Uno-Sicherheitsrat zu bringen, der dann Sanktionen verhängen könnte.

Die USA haben dem Iran vorgeworfen, das Atomprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen zu nutzen. Der Iran dagegen betont, die Atomkraft ausschließlich zur Energiegewinnung zu benötigen. Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben für die EU eine Dringlichkeitssitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beantragt. Ein Vermittlungsangebot der EU hatte der Iran zurückgewiesen.



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