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27. März 2002, 13:20 Uhr

Gipfeltreffen

Kein Arafat, kaum Hoffnung auf Frieden

Das zweitägige Gipfeltreffen der Arabischen Liga hat ohne die drei wichtigsten Politiker im Nahost-Konflikt begonnen. Die Erwartungen sind gedämpft bei den Staatsführern, die die saudische Friedensinitiative in Beirut diskutieren.

Die Köpfe der Friedensinitiative: Der saudische Kronprinz Abdullah mit seiner Delegation
REUTERS

Die Köpfe der Friedensinitiative: Der saudische Kronprinz Abdullah mit seiner Delegation

Jerusalem/Beirut - Kurz vor der Eröffnung des Gipfels sagte König Abdullah II. von Jordanien seine Teilnahme ab. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak und Palästinenserpräsident Jassir Arafat hatten bereits zuvor auf ihre Teilnahme verzichtet. Die Absage des Königs wurde in jordanischen Delegationskreisen als Signal an die Adresse der USA bezeichnet, dass die gemäßigten arabischen Staaten über das Verhalten Israels empört seien. Arafat wird per Videoschaltung an der Konferenz teilnehmen, um nicht Gefahr zu laufen, nach der Tagung nicht mehr in die Palästinensergebiete einreisen zu können. Er sei in ständigem Kontakt mit den palästinensischen Delegierten, sagte er.

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" nannte am Mittwoch Sicherheitsbedenken als Grund für Mubaraks Absage. Somit nehmen nur zehn Staatsoberhäupter von 22 Ländern der Arabischen Liga an der Tagung teil. Es wird erwartet, dass die Länder sich in Beirut für den saudi-arabischen Friedensvorschlag aussprechen.

"Araber wollen Frieden"

Nicht in Beirut, trotzdem dabei: Jassir Arafat hält ständig Kontakt mit seiner Delegation
AFP

Nicht in Beirut, trotzdem dabei: Jassir Arafat hält ständig Kontakt mit seiner Delegation

Die Erwartungen an den Gipfel nach den Absagen sind gedämpft. "Wegen der Abwesenheit des palästinensischen Führers und angesichts der israelischen Arroganz müssen wir unsere Unterstützung für die palästinensischen Brüder verstärken", sagte der jordanische Regierungschef Ali Abu al-Raghib in seiner Eröffnungsrede. Es sei ein Fehler, dass die Israelis bei ihren Gesprächen mit den Palästinensern immer nur über Sicherheitsfragen sprechen wollten. "Das grundlegende Problem ist ein politisches und keine Frage der Sicherheit", fügte er hinzu. Er plädierte für die saudische Friedensinitiative. Diese habe "der Welt eine klare Botschaft geschickt, dass die Araber Frieden wollen". Der Plan bietet Israel eine Normalisierung der Beziehungen zu den arabischen Nachbarn an, wenn im Gegenzug alle 1967 eroberten Gebiete geräumt werden.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat in Beirut den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Arafat aufgefordert, "den Frieden offiziell zu ihrem strategischen Ziel zu erklären". Sollten sie sich nicht dazu durchringen können, so "werden die Geschichte und ihre eigenen Völker hart über sie urteilen", sagte Annan. Gleichzeitig rief Annan die Teilnehmer auf, den saudischen Vorschlag zu unterstützen.

Unterdessen gerieten die vor zwei Wochen aufgenommen Bemühungen des US-Vermittlers Anthony Zinni um einen Waffenstillstand offenbar ins Stocken. Dem Vernehmen nach erhob die palästinensische Delegation neue Einwände gegen den Plan, der am Dienstag von Israel trotz fortbestehender Bedenken angenommen worden war. Weitere Gespräche mit Zinni waren zunächst nicht mehr geplant.

Gewalt dauert an

Auch die Gewalt kam am Mittwoch nicht zum Erliegen. Im Süden Israels wurden zwei Palästinenser der Untergrundorganisation Islamischer Dschihad erschossen, die aus dem Gaza-Streifen kamen. Bei der Schießerei wurden auch zwei israelische Soldaten verletzt. Bei einem weiteren Feuergefecht im Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen wurden vier Palästinenser verletzt, einer von ihnen schwer. Am Vorabend waren bei Hebron im Westjordanland zwei Mitglieder der internationalen Beobachtermission TIPH erschossen worden, die 1994 zum Schutz der geteilten Stadt eingesetzt worden war.

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